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Fußball

Hand vor dem Mund: Keine Rote Karte bei UEFA-Wettbewerben

Hand vor dem Mund bei hitzigen Diskussionen? In UEFA-Wettbewerben droht dafür keine Rote Karte – Schiedsrichter*innen sollen künftig individuell entscheiden.


Der Ecuadorianer Piero Hincapie war der zweite Spieler, der bei der Weltmeisterschaft eine rote Karte erhielt, weil er sich bei einer Auseinandersetzung die Hand vor den Mund hielt (Bild: IMAGO / Xinhua / Francisco Canedo)

Im Gegensatz zur Weltmeisterschaft wird es bei Wettbewerben der Europäischen Fußball-Union keine Rote Karte geben, wenn sich Spieler*innen in einem Disput mit dem gegnerischen Team die Hand vor den Mund halten. Laut UEFA sollen die Schiedsrichter*innen die Situationen individuell bewerten und abwägen, ob eine Gelbe Karte angebracht sei, wenn es sich um "den Versuch handelt, die Kommunikation als Akt unsportlichen Verhaltens zu verbergen", berichtete die BBC. Im Nachgang könnten aber Disziplinarverfahren eingeleitet werden.

Bei der WM hatte Paraguays Nationalspieler Miguel Almirón als erster Fußball-Profi in einem solchen Fall im Gruppenspiel gegen die Türkei (1:0) die Rote Karte gesehen. Auch Ecuadors Piero Hincapie traf es im Sechzehntelfinale gegen Mexiko (0:2).

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Situation mit Real-Star Vinícius Júnior Auslöser für neue Regel

Durch die neu eingeführte Regel soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler*innen häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen. Es gehe dabei um konfrontative Situationen, hatte Pierluigi Collina, Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission, vor dem Turnier betont. "Wenn sie es wissen – wenn es für alle eindeutig ist -, dann erwarten wir von den Spielern, dass sie so etwas nicht tun."

Die Debatte war nach einem Vorfall im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon entbrannt. Lissabons Profi Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Prestianni stand im Verdacht, sich rassistisch geäußert zu haben. Dies bestritt er. Die Europäische Fußball-Union UEFA sperrte den Argentinier wegen einer homofeindlichen Äußerung für sechs Spiele, davon drei zur Bewährung (queer.de berichtete).

FIFA-Präsident Gianni Infantino setzte sich öffentlich für eine neue Regel ein (queer.de berichtete). (cw/dpa)

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