Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?58634

Niederlausitz

Rechte Attacken in Cottbus: Unbekannte klauen Regenbogen­fahne aus Grünen-Büro

Die Grünen im brandenburgischen Cottbus entdecken eine kaputte Schreibe in ihrem Büro und melden eine gestohlene Regenbogenfahne. Es ist der Tag nach einem mutmaßlichen Anschlag auf ein alternatives Wohnprojekt in der Stadt, das eine Regenbogenfahne aufgehängt hatte.


Die Regenbogen­fahne ist offenbar das beliebteste Hassobjekt unter Rechten (Bild: Nan Palmero / flickr)

Einen Tag nach einem mutmaßlichen Anschlag auf ein Wohnprojekt in Cottbus haben die Grünen eine zerstörte Scheibe in ihrer Geschäftsstelle in der Stadt entdeckt. Außerdem wurde nach ihren Angaben eine Regenbogen­flagge gestohlen. Ob ein Zusammenhang mit dem Vorfall am Wohnprojekt besteht, ist unklar.

Unbekannte hätten auf bisher ungeklärte Weise in der Nacht zum Freitag eine Scheibe der Kreisgeschäftsstelle auf einer Fläche von zweimal einem Meter zerstört, sagte eine Polizeisprecherin. "Der Staatsschutz ist an den Ermittlungen beteiligt." Der Staatsschutz prüft grundsätzlich, ob ein politisch motivierter Hintergrund bei einer Tat vorliegt.

- Werbung -

Grüne: "Lassen uns nicht einschüchtern"

Die Grünen vermuten einen politischen Hintergrund. "Wir gehen ganz stark davon aus", sagte der Sprecher des Landesverbands, Mike Kess. Der Cottbuser Grünen-Chef Daniel Scholz sagte: "Es ist feige, einen politischen Treffpunkt im Schutz der Nacht anzugreifen." Der Grüne Laden bleibe offen. "Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden weiter für Demokratie, Vielfalt und eine solidarische Stadtgesellschaft arbeiten."

Die Brandenburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke sieht einen Rückschlag für den Strukturwandel: "Rechte Gewalt und Einschüchterung beschädigen das Ansehen der Stadt weit über Cottbus hinaus."

Mutmaßlicher Brandanschlag auf Wohnprojekt

In der Nacht zum Donnerstag waren Molotow-Cocktails auf das alternative Wohnprojekt "Zelle 79" in Cottbus geworfen worden (queer.de berichtete). Staatsschutz und Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Tatverdächtig dafür sind laut Polizei zwei schwarz gekleidete Männer zwischen 15 und 20 Jahren. Eine Bewohnerin hatte sie gefilmt. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter aus dem rechtsextremistischen Spektrum stammen. An dem Wohnprojekt hing zum Zeitpunkt der Tat eine Regenbogenfahne anlässlich des Pride Month.

Nach Angaben der Polizei werden Zeug*innen befragt und ein Video wird ausgewertet. Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit waren sichergestellt worden. Die Ermittler prüfen auch eine Brandstiftung in der Nähe des Hauses am alternativen Club "Chekov", wo eine Zaunlatte brannte. Dort wurden laut Polizei mehrere Sprayflaschen gefunden. Derzeit laufen Aktionswochen zum Christopher Street Day (CSD) in Cottbus, der am 11. Juli stattfindet.

Cottbus gilt als ein Zentrum des Rechtsextremismus in Brandenburg. Im Frühjahr waren etwa ein antisemitischer Schriftzug und ein schwarzes Hakenkreuz an die Synagoge in der Fußgängerzone der Stadt geschmiert worden. Es gab auch weitere Drohungen, unter anderem an der Wohnung eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte die rechtsextreme AfD in der Stadt auf 39 Prozent der Stimmen erreicht und wurde mit Abstand stärkste Kraft, das ebenfalls queerfeindliche Partei BSW, die zuletzt von mehreren CSDs ausgeladen wurde, erreichte rund zwölf Prozent. (dpa/dk)

-w-

-w-

-w-