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Schleswig-Holstein
Queeres Jugendnetzwerk: Kein Deadnaming auf Schulzeugnissen
Beim CSD Lübeck sammelt lambda::nord Spenden, um ein geheimes 150-Euro-Gutachten des Bildungsministeriums freizukaufen. Hintergrund ist ein Streit um die Ausstellung von Zeugnissen für trans und nichtbinäre Schüler*innen.

Symbolbild: In Schleswig-Holstein bekommen trans und nichtbinäre Schüler*innen Zeugnisse auf ihren Deadname ausgestellt (Bild: ChatGPT)
- 4. Juli 2026, 13:21h 2 Min.
Mit einer ungewöhnlichen Spendenaktion will das queere Jugendnetzwerk lambda::nord beim Christopher Street Day (CSD) in Lübeck am 14. und 15. August Geld sammeln, um an ein internes Gutachten des schleswig-holsteinischen Bildungsministeriums zu kommen. Hintergrund ist ein Streit um die Ausstellung von Schulzeugnissen für trans und nichtbinäre Schüler*innen, die ihren Geschlechtseintrag und Namen noch nicht offiziell geändert haben. In Schleswig-Holstein werden Zeugnisse grundsätzlich noch auf den abgelegten Namen (Deadname) ausgestellt.
Das von der CDU-Politikerin Dorit Stenke geleitete Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung verlangt nach Angaben des Vereins 150 Euro für die elektronische Herausgabe von Gutachten, die die Rechtsgrundlage der ministeriellen Position zur Zeugnisausstellung erläutern sollen. Moritz Griepentrog, der Landesgeschäftsführer von lambda::nord, hatte die Unterlagen über das Landesinformationszugangsgesetz angefordert, nachdem die Bildungsministerin eine queerfreundliche Regelung bei der Namensführung auf Zeugnissen in einer Landtagsdebatte als "nicht sinnvoll" bezeichnet hatte.
Spendenaktion unter dem Motto "150 Euro Zeugnisgeld"
"Dass eine Landesregierung, die sich die Diskriminierungsfreiheit auf die Fahnen schreibt, die Überprüfung ihrer eigenen Argumente hinter einer dreistelligen Bezahlschranke versteckt, ist schade", kritisierte Griepentrog. Zugleich betonte er, die Zusammenarbeit mit dem Ministerium sei in anderen Bereichen zuletzt konstruktiv gewesen.
Der Verein lambda::nord fordert seit Langem, dass Schulen den sogenannten dgti-Ergänzungsausweis – ein von Innenministerien bundesweit anerkanntes Dokument für trans, inter und nichtbinäre Personen – auch bei der Zeugnisausstellung berücksichtigen. Nach Ansicht des Vereins könnten Schüler*innen so Diskriminierung beim Übergang in Ausbildung, Studium oder Berufsleben vermeiden. Dem Verband lägen zudem gegenteilige Rechtsgutachten vor, die er nach Erhalt der Ministeriumsunterlagen prüfen wolle, teilte lambda::nord mit.
Die Spendenaktion unter dem Motto "150 Euro Zeugnisgeld" soll am Infostand des Vereins beim CSD stattfinden. Alle CSD-Veranstaltungen in Schleswig-Holstein stehen in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von CDU-Ministerpräsident Daniel Günther (queer.de berichtete). (cw)
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