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Sachsen
CSD Chemnitz: Krebskranker Rollstuhlfahrer mit Eiern beworfen
Über 2.000 Menschen haben am Samstag beim Christopher Street Day in Chemnitz für LGBTI-Rechte demonstriert – ein neuer Rekord. Überschattet wurde die 14. Auflage von einer queerfeindlichen Eier-Attacke.

Am CSD Chemnitz beteiligten sich am Samstag erstmals über 2.000 Menschen (Bild: IMAGO / HärtelPRESS)
- 5. Juli 2026, 06:17h 2 Min.
Beim Christopher Street Day (CSD) in Chemnitz sind am Samstag Teilnehmer*innen von unbekannten Personen mit Eiern beworfen worden. Während sich viele Demonstrant*innen in Sicherheit bringen konnten, wurde vor allem ein Mann im Rollstuhl getroffen. Das berichtete u.a. die "Freie Presse" (Bezahlartikel).
Nach Angaben von Augenzeug*innen flogen die Eier kurz nach dem Start der Demonstration aus einem Wohnhaus in der Innenstadt und trafen neben mehreren geparkten Autos auch den krebskranken Steffen Fuchs, der sich mit einem Angehörigen aus Berlin zum CSD Chemnitz aufgemacht hatte. "Ich verstehe nicht, wie man auf Demonstranten Eier werfen kann", zitierte sein Schwager den Betroffenen gegenüber der Polizei. Fuchs erstattete Strafanzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung gegen Unbekannt.
Die Polizei bestätigte den Vorfall. Zu möglichen Tatverdächtigen äußerte sie sich bislang nicht. Nach Angaben Beteiligter überprüften Einsatzkräfte im Anschluss an die Eierwürfe mehrere Wohnungen in dem betroffenen Straßenzug.
So viele Teilnehmer*innen wir noch nie
Trotz des Zwischenfalls setzten die Teilnehmer*innen den Demonstrationszug fort, der am Mittag mit leichter Verspätung gestartet war und über eine Zwischenkundgebung bis zum Abschluss im Stadthallenpark führte. Nach Angaben der Veranstalter*innen nahmen an der 14. Auflage des Chemnitzer CSD mehr als 2.000 Menschen teil – ein neuer Teilnahme-Rekord. Vier Personen mussten wegen Kreislaufproblemen und Panikattacken medizinisch versorgt werden.
Angemeldete oder spontane Gegendemonstrationen gab es nach Polizeiangaben nicht, vereinzelt äußerten sich Passant*innen jedoch abfällig über die queere Demonstration. Vor drei Jahren hatte es beim CSD Chemnitz eine Neonazi-Ansammlung und mehrere queerfeindliche Attacken gegeben (queer.de berichtete).
Fraktionschefin der Linken im Landtag bei CSD dabei
Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) ließ über die Veranstalter*innen Grußworte an die CSD-Teilnehmer*innen übermitteln. Als einzige hochkarätige Politikerin nahm laut "Freier Presse" Susanne Schaper, Fraktionsvorsitzende der Linken im Sächsischen Landtag, an der queeren Demonstration teil. "Es ist Zeit, dass die Zeiten sich gendern", rief sie vom Paradewagen in die Menge. Redner*innen weiterer Organisationen verwiesen auf queerfeindliche Gewalt in der Region und kritisierten drohende Kürzungen bei Kultureinrichtungen.
Der CSD Chemnitz 2026 stand unter dem Motto "Queer bleibt – Kultur auch". (cw)
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