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Buchtipp
Frieden mit dem Älterwerden machen
Für seinen neuen Ratgeber "Älterwerden für Anfänger" hat Alexander Kühn sowohl mit Prominenten als auch Angehörigen über das Altern gesprochen.

Alexander Kühn wurde er als Teil eines "Spiegel"-Teams 2022 mit dem renommierten "stern"-Preis ausgezeichnet (Bild: Jan Kappelmann)
- 5. Juli 2026, 08:27h 3 Min.
In wenigen Monaten wird etwas Dramatisches passieren. Ich werde 50. Mehr als die Hälfte meiner Zeit ist dann vermutlich rum. Wir, die Generation Golf, gehören zu den Oldtimern. Ich trage jetzt eine Gleitsichtbrille, der Ischias tut weh. In Cafés, in denen junge Gäste geduzt werden, siezt die Kellnerin mich. In der Firma gehöre ich plötzlich zu den Älteren. Wie blicken die Jüngeren wohl auf mich? Und wie vermeide ich es, ein Früher-war-alles-Besserwisser zu werden? Wie werde ich ein cooler Alter, der die moderne Welt als bereichernd empfindet, der neugierig ist und offen?
(Alexander Kühn in seinem Buch "Älterwerden für Anfänger")
Alexander Kühn ist "Spiegel"-Reporter – und sehr erfahren darin, seinen prominenten Interviewpartner*innen Geheimnisse über das Älterwerden zu entlocken. Bis sein 50. Geburtstag näherrückt und ihm offenbar wird, dass das Älterwerden auch an ihm nicht vorübergeht. Er merkt, dass er darauf nicht vorbereitet ist. "Das Fiese am Alter ist, dass es heimlich kommt. Es schleicht sich an wie ein Einbrecher in 'Aktenzeichen XY ungelöst', nur dass dieser Täter nicht flüchtet, wenn man ihn ertappt, sondern es sich gemütlich macht und bleibt."
Gespräche mit Prominenten, Angehörigen und Fremden

"Älterwerden für Anfänger" ist als gebundene Ausgabe, E-Book und digital erschienen
Wie also geht das mit dem guten, heiteren, entspannten Altern? In seinem Buch "Älterwerden für Anfänger" fragt der Journalist nach: bei Freund*innen, Verwandten und prominenten Gesprächspartner*innen. Er findet Antworten, ohne in einen Früher-war-alles-besser-Modus zu verfallen. Denn das ist sein eigentliches Ziel: altern, ohne peinlich zu werden.
"Tut uns leid, Sie haben 50" – so fühlt sich für ihn die amtliche Diagnose an, dass mehr als die Hälfte seiner Zeit vermutlich rum ist. Dass er nichts dagegen tun kann, kränkt ihn. In "Älterwerden für Anfänger: Was ich mir dabei von Nana Mouskouri, Thomas Gottschalk und meiner Mutter abschauen möchte – und was lieber nicht" (Amazon-Affiliate-Link ) erzählt Alexander Kühn von dem Jahr, in dem er 50 wurde – und wie es ihm gelang, seinen Frieden mit dem Älterwerden zu machen. Dafür tat er das, was Journalist*innen nun mal tun: Er sprach mit interessanten Menschen, bekannten und weniger bekannten, älteren, alten und sehr alten, darunter der Milliardär Klaus-Michael Kühne und Otto Waalkes, Barbara Schöneberger und Nana Mouskouri, Thomas Gottschalk und der YouTuber Rezo, eine Sekretärin, eine trans Frau, ein Bäckermeister, seine Mutter. Von manchen möchte er sich etwas abschauen, von anderen lieber nicht. Und er macht sich Gedanken über sein Leben an sich: wie er der geworden ist, der er ist, was er noch erreichen möchte – und was nicht.
Alexander Kühn, Jahrgang 1975, war Redakteur bei der "taz" und beim "stern", seit 2010 arbeitet er beim "Spiegel". In seinen Porträts und Gesprächen nähert er sich Showstars, Wirtschaftslenker*innen und Patriarchen – und lernt dabei nicht zuletzt, wie man in die Jahre kommen kann, ohne peinlich zu werden. Für eine Recherche über Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt wurde er als Teil eines "Spiegel"-Teams 2022 mit dem renommierten "stern"-Preis ausgezeichnet. (dd/pm)
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