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Cologne Pride
Neuer Teilnahmerekord beim CSD Köln
Der größte CSD Deutschlands war dieses Jahr noch größer: Am Sonntag gingen 1,5 Millionen Menschen auf die Straße, um sich für gleiche Rechte einzusetzen.

Am Neumarkt war es in diesem CSD-Jahr voller als sonst (Bild: IMAGO / Gabor Baumgarten)
- 6. Juli 2026, 11:24h 3 Min.
Der Cologne Pride hat bei schönen Wetter so viele Menschen angelockt wie noch nie: Nach Angaben des CSD-Vereins waren allein zur Demo am Sonntag 1,5 Millionen Menschen dabei. "Nach Einschätzung unserer Demoleitung war die Stadt zur CSD-Demonstration noch nie so voll wie in diesem Jahr. Auch die Ordnungsbehörden bestätigen diesen Eindruck", teilte der CSD-Verein mit. Köln sei damit die "Regenbogenhauptstadt am Rhein". Im vergangenen Jahr waren bei regnerischen Wetter "nur" 1,1 Millionen Menschen zum CSD-Sonntag auf der Straße.
Am Sonntag war der CSD angesichts steigender Zahlen von Übergriffen gegen queere Menschen und einem Erstarken des Rechtsextremismus auch sehr politisch, zudem nahm besonders viel Polit-Prominenz an der Veranstaltung teil. Dazu zählten etwa Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Grünen-Abgeordneten Claudia Roth, Sven Lehmann und Nyke Slawik oder auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).
Instagram | Innenminister Herbert Reul probierte auch lokale Getränke aus
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Auch Lauterbach, der seinen Bundestagswahlkreis im Nordosten Kölns hat, bestätigte den diesjährigen Publikumserfolg: "Ich war unzählige Male beim CSD Köln, aber so viele Menschen waren hier noch nie auf der Straße", schrieb er auf X. "Die Stimmung war glücklich und zuversichtlich, gerade bei jungen Menschen. Hier war er mal weg, der pessimistische Jammerton, der noch nie ein Problem gelöst hat. Das macht Hoffnung."
/ Karl_LauterbachIch war unzählige Male beim CSD Köln, aber so viele Menschen waren hier noch nie auf der Straße. Die Stimmung war glücklich und zuversichtlich, gerade bei jungen Menschen. Hier war er mal weg, der pessimistische Jammerton, der noch nie ein Problem gelöst hat. Das macht Hoffnung pic.twitter.com/0B2LTkR8Kp
Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) July 5, 2026
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Das Queere Netzwerk NRW hat zudem beim CSD-Empfang am Samstag seine Auszeichnung Kompassnadel an den Dachverband CSD Deutschland verliehen. In einer gemeinsamen Rede würdigten Laura Becker, Vorstandssprecherin des Queeren Netzwerks NRW, und Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW, die CSD-Bewegung als eine der wichtigsten demokratischen Protestbewegungen Deutschlands: "Die Sichtbarkeit, die Rechte und die gesellschaftliche Teilhabe queerer Menschen mussten hart erkämpft werden. Die CSDs stehen seit Jahrzehnten für Mut, Solidarität und den Einsatz für Freiheit und Gleichberechtigung. Gerade heute sind sie wichtiger denn je!" CSDs seien "weit mehr als bunte Feste", fügten sie an. "Sie sind sichtbarer Protest, gelebte Demokratie und Ausdruck einer Gesellschaft, in der alle Menschen frei und ohne Angst leben können. Diese Errungenschaften werden wir gemeinsam verteidigen."
Neben der Demo und dem Straßenfest gab es beim ColognePride von Freitag bis Sonntag auf den fünf Bühnen ein massives, 60-stündiges Programm: Zu den musikalischen Gästen gehörten etwa Die Räuber, Linda Teodosiu sowie als Hauptact die diesjährige ESC-Teilnehmerin Sarah Engels.
Queerfeindliche Partei wollte CSD zur Plattform gegen "Cancel Culture" machen
Im Vorfeld kam es zu Auseinandersetzungen, weil die populistische Partei BSW bei der CSD-Demo mitdemonstrieren wollte, allerdings nicht für queere Rechte, sondern gegen "Cancel Culture" (queer.de berichtete). Der CSD-Verein schloss daraufhin die Partei aus, weil sie ausdrücklich das Demonstrationsziel, für das die CSD-Aktivist*innen auf die Straße gingen, nicht teilte (queer.de berichtete).
Das BSW startete daraufhin einen Rundumschlag gegen den CSD-Verein und die Presse: "Der Umgang des Cologne Pride e.V. sowie der einschlägigen Szene-Medien mit einer demokratischen Partei und engagierten Kämpfern für Queerrechte lässt mich sprachlos zurück", erklärte der Kölner BSW-Aktivist Timon Delawari am Montag. Auf Social Media inszeniert sich die Partei als Opfer der angeblich um sich greifenden linken "Cancel Culture". (dk)
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