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Southern Baptists

Größte protestantische US-Kirche: Es gibt keine schwulen Christen

Die Südstaaten-Baptisten haben den CSD-Monat genutzt, um gegen queere Menschen Stimmung zu machen: Wer ein echter Christ sein will, darf demnach keiner sexuellen oder geschlechtlichen Minderheit angehören.


Die größte protestantische Kirche der USA betont, dass sie nur cisgeschlechtliche Heterosexuelle akzeptiert – oder queere Menschen, die sich als krank ansehen (Bild: Joe Mabel / wikipedia)

Die größte protestantische Kirche der USA hat anlässlich des Pride Months behauptet, dass sich Christentum und eine queere Identität ausschließen würden. Die Ethik-Abteilung der Southern Baptist Convention, der rund 13 Millionen Menschen vor allem in den Südstaaten angehören, veröffentlichte diese Botschaft in einer Social-Media-Kampagne.

RaShan Frost, der Chef-Ethiker der Südstaaten-Baptisten, erklärte in einem Video: "Die kurze Antwort auf die Frage, ob es in Ordnung ist, sich als transgender oder homosexueller Christ zu identifizieren, lautet: Nein. Wir verknüpfen unsere Identität als Christen nicht mit sündhaftem Verhalten", so Frost.

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Kirche: Queere Menschen müssen beten und büßen

Ein queerer Christ könne nur Christ sein, wenn er seine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität ablehnt, so Frost weiter. Wenn jemand sage: "Ich bin ein Christ, der sich als transgender oder schwul identifiziert", sei dies falsch. Wenn er aber sage: "Ich bin ein Christ, der unter Geschlechtsdysphoria oder gleichgeschlechtlicher Anziehung leidet", werde diese Person als christlicher Mensch anerkannt. "Jede andauernde Identifikation mit sündhaftem Verhalten sollte den Einzelnen dazu veranlassen, im Gebet Buße zu tun und zu hinterfragen, ob er Christus gegenüber vollkommen gehorsam gewesen ist und seine Sünden abgelegt hat", so Frost.

Gegen diese Position gab es aber auch Widerstand: Die Association of Welcoming and Affirming Baptists (AWAB), ein Netzwerk offen und inklusiv agierender Baptistenkirchen, trat der Argumentation der Southern Baptists in einer Stellungnahme entschieden entgegen. AWAB-Geschäftsführer Brian Henderson betonte, dass die Selbstbezeichnung als queere Christ*innen kein Versuch sei, die eigene Sexualität über den Glauben zu stellen. Vielmehr sei es das ehrliche Anerkennen der eigenen Person, so wie Gott sie geschaffen habe. Henderson kritisierte, dass die Forderung an queeren Gläubige, ihre Identität ständig zu hinterfragen, zu "unermesslichem spirituellem Schaden" führe. Dies habe in der Vergangenheit bereits dazu beigetragen, dass Menschen aus Gemeinden gedrängt und von ihren Familien entfremdet worden seien.

Southern Baptists glauben an "Homo-Heilung"

Die Südstaatenbaptisten gelten als äußerst queerfeindlich: Letztes Jahr forderte die Kirche etwa an einem Kirchentag mehrheitlich die Wiedereinführung des Ehe-Verbots für gleichgeschlechtliche Paare (queer.de berichtete). Die Kirche propagiert auch die "Heilung" von queeren Menschen durch christlichen Glauben, obgleich der Weltärztebund seit Jahren vor dieser Praxis warnt. Diese "Heilung "sei schlicht nicht möglich, eine "Therapie" führe vielmehr zu Angstzuständen, Depressionen, Probleme mit Intimität und Suizid (queer.de berichtete).

Die Südstaaten-Baptisten haben sich Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet, weil sie im Gegensatz zu anderen christlichen Kirchen die Sklaverei unterstützten. Auch heute noch gelten sie als äußerst konservativ. Die Kirche hielt auch bis in die Sechziger- und Siebzigerjahre an der Rassentrennung fest und betrieb etwa christliche Schulen nur für weiße Kinder. Erst Mitte der Neunzigerjahre entschuldigte sich die Kirche für den "Rassismus in unseren eigenen Reihen", setzte danach aber vermehrt auf Queerfeindlichkeit als Markenkern des eigenen Glaubens, ebenso wie die pauschale Ablehnung von Frauen als Pastorinnen. Ihre Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken, dennoch gelten die Südstaaten-Baptisten weiterhin als mächtigste protestantische Kirche der USA. Die Southern Baptists sind auch eine der verlässlichsten und wichtigsten Wählergruppen für US-Präsident Donald Trump. (dk)

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