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Früherer Berlinale-Chef
Spezial-Teddy-Preisträger Moritz de Hadeln gestorben
Moritz de Hadeln war mehr als 20 Jahre lang Berlinale-Chef. Ihm war es zu verdanken, dass das Berliner Filmfestival den queeren Teddy-Award bereits 1992 offiziell anerkannte.

Moritz de Hadeln, hier in einem Bild aus dem Jahr 2020, starb in der Schweiz (Bild: IMAGO / snapshot)
- 7. Juli 2026, 15:07h 3 Min.
Der international renommierte britisch-schweizerische Festivalmacher und Filmschaffende Moritz de Hadeln ist am Samstag im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in Nyon in der Romandie verstorben. Wie sein Biograf Christian Jungen bestätigte, erlag de Hadeln den Komplikationen nach einem kurz zuvor vorgenommenen medizinischen Eingriff. De Hadeln galt über drei Jahrzehnte hinweg als eine der prägendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der globalen Filmkultur – und als Förderer des queeren Films.
Ein Leben im Dienst des internationalen Films
Geboren am 21. Dezember 1940 im englischen Exeter, begann de Hadeln seine Laufbahn zunächst als Fotograf und Dokumentarfilmer. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika gründete er 1969 das Dokumentarfilmfestival in Nyon (Visions du Réel). Es folgte die Leitung des Internationalen Filmfestivals von Locarno (1972-1977), bevor er im Jahr 1980 die Führung der Internationalen Filmfestspiele Berlin, der Berlinale, übernahm. Später leitete er zudem in den Jahren 2002 und 2003 die Filmfestspiele von Venedig.
Während seiner mehr als 20-jährigen Amtszeit in Berlin von 1980 bis 2001 modernisierte de Hadeln die Struktur des Festivals grundlegend, führte den Dialog zwischen Ost und West durch die Zeit des Kalten Krieges und begleitete den historischen Umzug des Events vom Berliner Zoo an den Potsdamer Platz. International ging die Berlinale mit einem verstärkten Profil aus der Amtszeit de Hadelns hervor.
Wegbereiter für queeres Kino und Auszeichnung mit dem Spezial-Teddy
Neben der wirtschaftlichen und strukturellen Modernisierung hinterließ de Hadeln auch im kulturpolitischen Profil der Berlinale bleibende Spuren. In seine Dienstzeit fiel die entscheidende Etablierung des queeren Kinos auf dem weltweit beachteten Festival.
Als die Filmemacher Wieland Speck und Manfred Salzgeber im Jahr 1987 den Teddy Award ins Leben riefen, um Filme mit queeren Bezug sichtbarer zu machen, stießen sie bei de Hadeln auf offene Ohren. Er sorgte maßgeblich dafür, dass der Teddy im Jahr 1992 als offizieller Preis des Festivals anerkannt wurde. Damit war die Berlinale das erste große internationale Filmfestival, das queeren Filmen eine offizielle Plattform dieser Größenordnung bot.
Für dieses langjährige Engagement und seine Verdienste um die Verankerung des queeren Films im Festivalprogramm wurde Moritz de Hadeln im Jahr 2001 mit dem Spezial-Teddy geehrt. Damit dankten die Macher*innen dem scheidenden Berlinale-Chef für "seine kontinuierliche Unterstützung von schwulen und lesbischen Filmen".
Jetzt würdigten die Internationalen Filmfestspiele Berlin ihren ehemaligen Direktor in einer Stellungnahme als leidenschaftlichen Verfechter des Kinos, der das internationale Profil des Festivals nachhaltig gestärkt habe. Er habe "zutiefst an die Kraft des Films geglaubt, Menschen über Kulturen und Perspektiven hinweg zu verbinden", so die Berlinale auf Instagram. (cw)
Mehr zum Thema:
» queer.de-Interview mit Moritz de Hadeln (14.07.2004)
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