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Sängerin wurde 75 Jahre alt
Rock-Legende Bonnie Tyler gestorben
Die Sängerin aus Wales starb in einem Krankenhaus in Portugal, gab ihre Familie bekannt.
- 9. Juli 2026, 11:46h 4 Min.
Die britische Sängerin Bonnie Tyler ("Total Eclipse of the Heart") ist tot. Entsprechende Berichte bestätigte ihr Manager auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sie wurde 75 Jahre alt.
"Bonnies Familie und ihr Team sind zutiefst erschüttert, mitteilen zu müssen, dass Bonnie letzte Nacht unerwartet in einem Krankenhaus in Portugal an den Folgen der Erkrankung verstorben ist, für die sie behandelt wurde", heißt es auf der Webseite der Sängerin. "Wir werden in Kürze eine weitere Erklärung abgeben, bitten aber bis dahin um Verständnis für unsere Privatsphäre, um diese Tragödie zu verarbeiten."
Im Mai war die Sängerin in dem Krankenhaus am Darm notoperiert worden und für mehrere Wochen in ein künstliches Koma gesetzt worden, aus dem sie Mitte Juni erwachte (queer.de berichtete). Damals wurden alle geplanten Sommerkonzerte bis in den Herbst abgesagt, u.a. im Dezember hätte sie aber wieder in Cardiff auftreten sollen. Ihr letztes Konzert war Mitte März in London.
Vom Reihenhaus auf die Weltbühne
Geboren wurde Tyler als Gaynor Hopkins in einem Reihenhaus im walisischen Neath, wo ihre Liebe zur Musik früh begann. Als Kind schleppte sie ihre Schallplatten in Tüten zum Haus der Tante, um diese dort mit den Cousins zu hören. Rock hatte es ihr angetan, und sie wollte in einer Band spielen.
Sieben Jahre lang trat sie in Rugbyclubs und Arbeitervereinen auf, ehe sich die Chance auf eine Plattenaufnahme ergab. Große Pläne, tatsächlich Platten zu machen, habe sie zunächst nicht gehabt, erzählte sie später. Erst der Talentscout Roger Bell brachte den Stein ins Rollen. Er kannte Produzenten, die eine Sängerin suchten, und empfahl ihnen die junge Waliserin. In London nahm sie eine ihrer ersten Demoaufnahmen auf, "Lost in France", und stand kurz darauf bei "Top of the Pops" auf der Bühne. Als Single erschien der Titel 1977.
Wie aus Sherene Davies Bonnie Tyler wurde
Ihren Künstlernamen verdankt sie einer Zeitung. Anfangs trat sie als Sherene Davies auf, doch als sie bei RCA unterschrieb, der Plattenfirma von Elvis Presley, riet man ihr zur Änderung. Also nahm sie ein Blatt zur Hand, schrieb alle Vornamen, die ihr begegneten, auf die eine Liste, alle Nachnamen auf die andere und setzte daraus Bonnie Tyler zusammen.
Zum Wendepunkt ihrer Laufbahn wurde fünf Jahre nach "Lost in France" ein Lied, das der Songschreiber Jim Steinman ihr in New York am Klavier vorspielte. "Oh mein Gott, dieser Song ist unglaublich", habe sie damals gedacht. Dass die Ballade jemals im Radio laufen würde, hielt sie zunächst für ausgeschlossen: Die Originalfassung von "Total Eclipse of the Heart" dauerte acht Minuten. Eine vierminütige Radioversion eroberte dann die Welt, hielt sich zwei Wochen an der Spitze der britischen und vier Wochen an der Spitze der US-Charts.
Ein Hit, der nie verblasste
Der Erfolg trägt bis heute. In diesem Jahr überschritt "Total Eclipse of the Heart" auf Spotify die Marke von einer Milliarde Streams, das Video wurde auf YouTube mehr als 1,3 Milliarden Mal abgerufen. Nach 43 Jahren sei ihr das Lied nie langweilig geworden, betonte Tyler.
An weiteren Hits mangelte es ihr ohnehin nicht. "Holding Out for a Hero", "It's a Heartache", "Together" und "If You Were a Woman (And I Was a Man)" zählen zu ihren bekanntesten Songs. Dreimal war sie für einen Grammy als beste Sängerin nominiert. 2013 vertrat sie das Vereinigte Königreich beim Eurovision Song Contest, belegte am Ende Platz 19 von 26.
Späte Ehrung und ein neuer Song
2022 fand sich ihr Name auf der letzten Geburtstagsehrenliste der Queen, ein Jahr später überreichte ihr Prinz William (44) den MBE-Orden für ihre Verdienste um die Musik. Sie sei in einem Reihenhaus aufgewachsen und hätte nie mit einer solchen Auszeichnung gerechnet, sagte sie 2023. Im selben Jahr erschien ihre Autobiografie "Straight from the Heart".
Zuletzt brachte sie mit "Yes I Can" eine neue Single heraus, ein Lied über innere Stärke und den Glauben an sich selbst.
Privat zwischen Portugal und Wales
Mit ihrem Ehemann Robert Sullivan sollen ihr Berichten zufolge 22 Häuser rund um den Globus gehört haben; die meiste Zeit verbrachten die beiden in Portugal und im walisischen Mumbles bei Swansea. Kinder hatte das Paar nicht. Mit 40 Jahren erlitt Tyler eine Fehlgeburt. Sie habe Kinder immer geliebt, erzählte sie einmal, doch stets sei die Karriere dazwischengekommen. (spot/cw)















