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QUEERmdb-Auswertung

Studie: So viele queere Inhalte im deutschen TV und Kino wie nie

Noch nie gab es in Deutschland so viele Filmveröffentlichungen mit queeren Figuren wie 2025. Trotzdem bleiben LGBT-Inhalte im Fernsehen deutlich unterrepräsentiert – besonders zur besten Sendezeit.


Szene aus "Licht, Licht, Licht", eine der wenigen TV-Premieren 2025 mit queerer Haupthandlung (Bild: Salzgeber)

Die Sichtbarkeit queerer Menschen in deutschen Filmveröffentlichungen ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten "LGBTVscan 2025" der Medienplattform QUEERmdb hervor. Untersucht wurden Kinostarts, TV-Ausstrahlungen, DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen sowie die Angebote der Streamingdienste Netflix und Amazon Prime. Insgesamt sei der Anteil von Produktionen mit relevanten LGBT-Figuren in allen Bereichen erneut gestiegen, heißt es in der Studie.


(Bild: QUEERmdb)

Den größten Zuwachs verzeichnete das lineare Fernsehen. Dort stieg die Zahl der Filme und Dokumentationen mit einer für die Handlung relevanten queeren Figur gegenüber dem Vorjahr um knapp 34 Prozent. Die sogenannte Queerfilmquote erhöhte sich von 4,9 auf 6,5 Prozent. Dennoch bleibet das Fernsehen mit deutlichem Abstand hinter Kino (13,6 Prozent), Netflix (11,2 Prozent), Amazon Prime (11,0 Prozent) sowie DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen (9,4 Prozent) zurück.

Öffentlich-rechtliche Sender deutlich diverser

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern mit ingesamt rund 700 Spiel- und Dokumentarfilmen mit queerem Bezug legten unter anderem HR Fernsehen, ZDFneo und das ZDF deutlich zu. Rückgänge gab es dagegen beim SWR und BR. Im Privatfernsehen (rund 300 Filme) verzeichnete Sat.1 den größten Zuwachs und löste sixx als Sender mit den meisten queer-inklusiven Filmen ab. Auch Super RTL baute sein Angebot erheblich aus.

Auch bei "Filmen mit LGBT-Hauptthematik" (119 Spielfilme und Dokumentationen bzw. 0,8 Prozent aller Ausstrahlungen) führten die Öffentlich-Rechtlichen, vor allem arte, RBB und 3sat, das Feld an, während einige Privatsender keinen einzigen sendeten.


Eine der eher traurigen Grafiken, alle gibt es auf der QUEERmdb-Webseite

Die Zählung umfasste auch Wiederholungen, Super RTL wiederholte etwa drei Mal die lesbische Romcom "Verliebt unterm Weihnachtsbaum". Rund drei Viertel aller Sendungen kamen aus dem Archiv. 29 Filme wurden erstmals gezeigt, fast alle im ÖRR und im Rahmen der Sommer-Queer-Reihen oder auf arte, das auch die einzigen Premieren zur Primetime zeigte und der QUEERmbd-Redaktion als queerster Sender geht.

Marginalisierung in der Primetime

Trotz der positiven Entwicklung zu mehr Sichtbarkeit im Fernsehen kritisiert Studienautor Johannes Jarchow die geringe Präsenz queerer Inhalte in der Primetime. Nur 1,2 Prozent aller zwischen 20.15 und 22 Uhr ausgestrahlten Filme enthielten 2025 relevante LGBT-Figuren. Produktionen mit queeren Hauptfiguren blieben weiterhin die Ausnahme und würden häufig erst spätabends ausgestrahlt. Das sei bei untertitelten Filmen aus dem Ausland nachvollziehbar, so Jarchow. "Aber auch deutschsprachige oder aufwendig deutsch synchronisierte Premieren wie 'Femme' (ZDF, 0:45 Uhr), 'Baldiga' (RBB, 23:30 Uhr), 'Der Wunsch' (ZDF, 23:50 Uhr), 'Las Vegas' (ZDF, 0:05 Uhr) oder 'The Whale' (Das Erste, 23:35 Uhr) wurden 2025 zur Schlafenszeit ausgestrahlt."

Letztlich bleibe der Anteil queerer Inhalte bei TV-Sendern gegenüber dem Kino auf halben Niveau und insgesamt zu niedrig – neben Privatsendern zeigten vor allem Dritte wie der SWR, NDR und MDR zu wenig Engagement. In Zeiten zunehmender Trans- und Homofeindlichkeit sei Sichtbarkeit aber besonders wichtig, so QUEERmdb. "Vorurteile und negative Einstellungen reduziert man am effektivsten durch Kontakt zu jenen, die man abwertet. Das ist in sozialpsychologischen Studien gut belegt. Fernsehen kann diesen Kontakt niederschwellig herstellen." (cw)

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