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GLAAD-Studie
Hollywood setzt weniger auf queere Figuren – trotz kommerzieller Erfolge
Die queerfeindliche politische Atmosphäre in den USA zeigt sich auch in Hollywood: So gab es zuletzt weit weniger queere Figuren in amerikanischen Spielfilmen, obwohl queerinklusive Filme kein Kassengift waren – ganz im Gegenteil.

Szene aus "The Parenting" mit Nik Dodani (li.) und Brandon Flynn (Bild: Warner Bros. Pictures)
- 10. Juli 2026, 10:56h 3 Min.
Die queere Organisation GLAAD hat ihre jährliche Untersuchung zur LGBTQ-Repräsentation in Spielfilmen für den Veröffentlichungszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025 vorgelegt. Die Studie, die ehemals unter dem Namen "Studio Responsibility Index" lief und nun in "Where We Are in Film" umbenannt wurde, analysiert die Produktionen der zehn größten Hollywood-Studios und deren Streaming-Dienste. Die zentralen Ergebnisse zeigen einen anhaltenden Rückgang von queeren Figuren in Spielfilmen, während gleichzeitig das kommerzielle Potenzial queerinklusiver Geschichten betont wird.
Bluesky / Sarah Kate EllisAudiences across the board are seeking out original and inclusive stories. @glaad.bsky.social's study found LGBTQ stories in film that are both commercially and critically successful. glaad.org/2026-where-w...
Sarah Kate Ellis (@sarahkateellis.bsky.social) 2026-07-09T17:24:42.098Z
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Laut dem Bericht wurden im Jahr 2025 insgesamt 225 Filme von den untersuchten Verleihern veröffentlicht. Davon enthielten 46 Filme mindestens eine queere Figur, was einem Anteil von 20,4 Prozent entspricht. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 23,6 Prozent (queer.de berichtete). Damit verzeichnet die Studie das dritte Jahr in Folge einen Rückgang, ausgehend vom historischen Höchstwert von 28,5 Prozent für das Jahr 2022 (queer.de berichtete).
Blinde Flecken in Hollywood
Die Gesamtzahl der queeren Figuren sank drastisch von 181 im Vorjahr auf 112. Zudem dokumentiert der Bericht, dass Teile der Community weniger oder überhaupt nicht mehr repräsentiert sind. Im gesamten Filmjahrgang 2025 wurde etwa keine einzige trans Figur erfasst. In den 19 untersuchten Animations- und Familienfilme, die ohne Altersbeschränkung freigegeben worden sind, gab es keinerlei LGBTQ-Inklusion, verglichen mit acht Prozent im Vorjahr. Auch der Anteil von queeren nichtweißen Menschen sank stark, zudem wurden lediglich zehn Prozent der queeren Figuren als bisexuell identifiziert. GLAAD kritisierte das, da Bisexuelle laut weltweiten Umfragen die größte queere Gruppe darstellten (queer.de berichtete). Ein weiteres Ergebnis: Queere Figuren waren kaum in Hauptrollen zu sehen, sondern eher als Nebenrollen und Hintergrundfiguren.
Trotz sinkender Gesamtzahlen verweist der Bericht auf den wirtschaftlichen Erfolg inklusiver Produktionen, insbesondere im Horrorgenre und im Bereich der Mid-Budget-Filme (Budgets zwischen 15 und 90 Millionen US-Dollar). Laut GLAAD spielte jeder im Kino ausgewertete LGBTQ-inklusive Horrorfilm, zu dem öffentliche Budgetdaten vorlagen, mehr als das Doppelte seiner Produktionskosten an den Kinokassen ein. Als Beispiele nannte die Organisation "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" oder The Parenting".
Hollywood droht, "eine Generation zu verlieren"
"Das Publikum auf ganzer Linie sucht nach originellen und inklusiven Geschichten. Unsere Studie zeigt, dass LGBTQ-Geschichten im Film sowohl kommerziell als auch bei den Kritiken erfolgreich sind", erklärte GLAAD-Chefin Sarah Kate Ellis. "Wenn die Industrie Investitionen in Filme mit LGBTQ-Figuren nicht priorisiert, riskiert sie, eine Generation zu verlieren, die sich anderswo Unterhaltung sucht, die unsere Community einschließt."
Studienleiterin Megan Townsend betonte, dass die Gen Z – also die Jahrgänge 1997 bis 2012 – den größten Anteil der Kinogänger*innen in Nordamerika ausmache. "Wenn Studios für ein jüngeres Publikum relevant bleiben und Kasseneinnahmen generieren wollen, können sie es sich nicht leisten, fast ein Viertel ihrer enthusiastischsten Ticketkäufer zu ignorieren", so Townsend.
Mit der Umbenennung der Studie ging auch eine Anpassung der Methodik einher. Statt der reinen Erfassung von Bildschirmzeit werden Figuren nun anhand ihrer erzählerischen Bedeutung kategorisiert. Zudem verzichtet GLAAD künftig auf die Vergabe von Schulnoten für einzelne Studios, um den Fokus stattdessen auf allgemeine Branchentrends und strategische Handlungsempfehlungen zu legen. (cw)
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