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Großbritannien
Fall Ann Widdecombe: Erneut Verdächtiger festgenommen
Die extrem queerfeindliche britische Politikerin Ann Widdecombe wurde mit schweren Verletzungen tot in ihrem Haus aufgefunden. Ein kurz darauf festgenommener Verdächtiger ist wieder frei. Nun gibt es erneut eine Festnahme.

Vor dem Haus von Ann Widdecombe in Haytor in der englischen Grafschaft Devon: Ein Polizist sichert am Samstag den Tatort (Bild: IMAGO / NL Beeld)
- 12. Juli 2026, 06:26h 2 Min.
Im mutmaßlichen Mordfall um die queerfeindliche Brexit-Politikerin Ann Widdecombe hat die Polizei erneut einen Verdächtigen festgenommen. Ein 28 Jahre alter Mann sei am Samstagabend in der Grafschaft South Yorkshire gefasst worden und befinde sich nun in Gewahrsam, teilte die Polizei von Devon und Cornwall mit. Bei dem Verdächtigen handle es sich um einen weißen Briten. Die Angehörigen der Verstorbenen seien informiert worden.
Die Ermittlungen wurden demnach von der Anti-Terror-Einheit sowie der Polizei von South Yorkshire unterstützt, die die Festnahme durchführten. Derzeit gebe es noch keine Hinweise darauf, dass es sich bei der Tat um einen terroristischen Vorfall gehandelt habe, hieß es in der Mitteilung weiter. Am Sonntag wird mit weiteren Informationen gerechnet.
Zuvor war ein 26 Jahre alter Mann, der zunächst wegen Mordverdachts festgenommen wurde, wieder freigelassen worden. Der Brite sei nicht mehr Teil der Ermittlungen, hieß es darauf von der Polizei.
Ermittlungen wegen Mordes
Der rätselhafte Fall hält derzeit Großbritannien in Atem. Die 78 Jahre alte frühere Abgeordnete, beinharte Brexit-Befürworterin und Kämpferin gegen LGBTI-Rechte war am Donnerstag in ihrem Haus in Haytor in der Grafschaft Devon tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf (queer.de berichtete). Die Polizei ermittelt wegen Mordes. Sie geht davon aus, dass Widdecombe fast 24 Stunden zuvor getötet worden war. Nach der Freilassung des zunächst verdächtigten Mannes lagen jedoch vorerst keine Informationen über eine neue heiße Spur vor.

Archivbild: Ann Widdecombe 2025 bei einer Veranstaltung der extrem rechten Partei Reform UK (Bild: IMAGO / Stella Pictures / Benjamin Gilbert)
Großbritanniens queerfeindlichste Politikerin
Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem ultrakonservative Ansichten und galt lange Jahre als eine der queerfeindlichsten Stimmen in der britischen Politik. Als Tory-Unterhausabgeordnete zwischen 1987 und 2010 setzte sich unter anderem für die Beibehaltung des Homo-"Propaganda"-Gesetzes Section 28 ein oder sagte in Interviews, dass Homosexualität kein "gleichberechtigter Lebensstil" sein dürfe. 2019 meinte sie in einem Interview, dass Lesben und Schwule unter Umständen "geheilt" werden können (queer.de berichtete). Trans Menschen sprach Widdecombe das Recht auf Selbstbestimmung ab.
Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war die Befürworterin der Todesstrafe keine Unbekannte: So trat Widdecombe etwa bei "Celebrity Big Brother" auf. In der Sendung gab sie sich als freundliche Großmutter aus und verzichtete auf homophobe Ausbrüche. Am Ende wurde sie von den Zuschauer*innen auf den zweiten Platz gewählt – ausgerechnet hinter einer Dragqueen (queer.de berichtete). (cw/dpa)















