Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?58764

Großbritannien

Anti-Terror-Polizei übernimmt im Fall Widdecombe

Die queerfeindliche britische Politikerin Ann Widdecombe wird tot in ihrem Haus aufgefunden. Nach tagelangen Ermittlungen übernehmen jetzt die Anti-Terror-Expert*innen. Der Fall bleibt rätselhaft.


Archivbild: Ann Widdecombe 2024 bei einem Parteitag von Reform UK (Bild: IMAGO / Anadolu Agency / Ioannis AlexopouloS)

Der mutmaßliche Mordfall um die queerfeindliche Brexit-Politikerin Ann Widdecombe wird nun doch von der Anti-Terror-Polizei übernommen. Nach der Festnahme eines 28-jährigen Mannes am Wochenende seien "neue Informationen und Beweise" bekanntgeworden, teilten die Ermittler*innen mit. Weitere Details wurden am Montag nicht genannt, zunächst war bei dem in Großbritannien aufsehenerregenden Fall nicht von einem terroristischen Hintergrund ausgegangen worden.

"Nach neuen Informationen und Beweisen leitet die Anti-Terror-Polizei nun die Ermittlungen zum schrecklichen Mord an Ann Widdecombe", schrieb die britische Innenministerin Shabana Mahmood auf der Plattform X. "Die Polizei verfolgt mehrere Ermittlungsansätze, um das Motiv für diesen Angriff zu klären." Bei dem Verdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen Briten.

/ ShabanaMahmood
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die 78 Jahre alte Widdecombe war am vergangenen Donnerstag in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon tot aufgefunden worden (queer.de berichtete). Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf. Daraufhin wurde eine Mordermittlung eingeleitet.

Großbritanniens queerfeindlichste Politikerin

Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Unterhaus und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK.

Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat ultrakonservative Ansichten und galt lange Jahre als eine der queerfeindlichsten Stimmen in der britischen Politik. Als Tory-Abgeordnete zwischen 1987 und 2010 setzte sich unter anderem für die Beibehaltung des Homo-"Propaganda"-Gesetzes Section 28 ein oder sagte in Interviews, dass Homosexualität kein "gleichberechtigter Lebensstil" sein dürfe. 2019 meinte sie in einem Interview, dass Lesben und Schwule unter Umständen "geheilt" werden können (queer.de berichtete). Trans Menschen sprach Widdecombe das Recht auf Selbstbestimmung ab.

Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war die Befürworterin der Todesstrafe keine Unbekannte: So trat Widdecombe etwa bei "Celebrity Big Brother" auf. In der Sendung gab sie sich als freundliche Großmutter aus und verzichtete auf homophobe Ausbrüche. Am Ende wurde sie von den Zuschauer*innen auf den zweiten Platz gewählt – ausgerechnet hinter einer Dragqueen (queer.de berichtete). (cw/dpa)

-w-