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"Die KI beschleunigt Radikalisierung"
Jung, alleine, online: KI befördert radikalen Islamismus
KI macht die Verbreitung extremistischer Inhalte billiger, schneller und gezielter. Wie Prediger mit einfachen Antworten locken und was das für Jugendliche mit Risiko-Profil bedeutet.

Um Jugendliche zu radikalisieren, nutzen Islamist*innen öfter künstliche Intelligenz (Bild: magnific.com)
- 14. Juli 2026, 12:50h 2 Min.
Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) gelingt es radikalen Islamist*innen aus dem Ausland zunehmend, mit ihren Inhalten über Social-Media-Kanäle auch junge Menschen in Deutschland zu erreichen. "Die KI beschleunigt Radikalisierung", erklärt Jamuna Oehlmann, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (RelEx). Während etwa Propaganda-Videos früher mühsam hätten produziert werden müssen, sei dies jetzt schnell, billig, in Übersetzung und auf die Zielgruppe zugeschnitten möglich.
Der Chatbot ist auch morgens um 3 Uhr gesprächsbereit
"Jung, alleine, online", laute das klassische Risiko-Profil von Jugendlichen, die anfällig seien für die vermeintlich einfachen Botschaften salafistischer Prediger und die simulierte Nähe von Chatbots, die sie in ihren Ansichten bestärkten. Ein Großteil des KI-generierten islamistischen Materials liegt nach Angaben der Präventionsexpertin knapp unterhalb der Strafbarkeitsschwelle.
Jugendliche radikalisieren sich teils innerhalb von Wochen
Die KI-Nutzung durch islamistische Extremist*innen und Terrorist*innen habe zu einer Turbo-Radikalisierung geführt, die sich innerhalb weniger Monate, teils sogar Wochen vollziehe, sagt Terrorismus-Experte Peter Neumann vom King's College in London. "Das Einzeltäter-Phänomen ist ganz eng verwoben mit dem Aufstieg digitaler Technologien", betont er.
Deshalb müssten die deutschen Sicherheitsbehörden aus seiner Sicht mehr im Netz und weniger auf der Straße unterwegs sein. Staaten wie Österreich seien, was den Einsatz verdeckter Ermittler auf den relevanten Plattformen angehe, schon recht gut aufgestellt.
Die Geschäftsführerin der BAG RelEx betont, KI könne als Werkzeug in den Händen der Sicherheitsbehörden auch nützlich sein, etwa um extremistische Inhalte schneller aufzuspüren und bei der Strafverfolgung. In der Präventionsarbeit könnten KI-Tools auch für einige Zwecke eingesetzt werden, am Ende sei Radikalisierungsprävention aber immer auch eine "Beziehungsaufgabe".
Womit Islamist*innen bei Jugendlichen punkten
Islamistische Influencer*innen und Prediger versuchten junge Muslim*innen vor allem mit vermeintlich einfachen Antworten auf komplexe Fragen zu ködern, in der Regel ohne diese durch Belege zu untermauern, berichtet Sakina Abushi vom Verein ufuq.de. Da werde dann so getan, als gäbe es "die eine richtige, islamisch korrekte Antwort", etwa zum Thema Homosexualität oder auf Alltagsfragen wie "Darf ich Geburtstag feiern?"
Inzwischen träten jedoch auch zunehmend Gegenstimmen in Erscheinung: Influencer*innen, die sich selbst als islamisch religiös bezeichneten, und progressive Ansichten verträten. (dpa/cw)














