Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=5877
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Jerusalem: Gewalt vor geplantem CSD


#9 hwAnonym
  • 06.11.2006, 12:12h
  • @ Axel Berlin

    ja so sehe ich das auch und dabei sollte es auch bleiben, für jede "zivilgesellschaft"
    auf erden. schlecht wäre die instrumentalisierung der schwulenfrage für folgendes:
    der in amerika lebende britische historiker judt:
    "...Die meisten haben einfach ihre intellektuelle
    Eigenständigkeit aufgegeben. Kurz nach den Anschlägen von New York
    sprachen liberale Intellektuelle schon vom Islamofaschismus.
    Als ich das hörte, dachte ich, es gab doch auch jüdische Faschisten und Terroristen,
    auch christliche Terroristen, die in Amerika Abtreibungskliniken bombardieren.
    Aber über sie sprach niemand. Man wollte aus der unleugbaren terroristischen Bedrohung
    ein welthistorisches Problem machen.....
    Es gibt in Amerika seit den Anschlägen vom 11. September eine
    Atmosphäre der Angst und des Konformismus. Man scheut sich, Israel zu kritisieren.
    Und wenn ein Jude wie ich Israel kritisiert, ist man schlecht auf mich zu sprechen.
    .. Israel-Lobby ist eine problematische Bezeichnung, aber man muss die Sache beim Namen
    nennen. Es ist nun einmal eine Lobby, es gibt ja auch die Waffen- und Öllobbys.
    Ich nenne es Israel-Lobby, weil es jetzt auch rechte Christen gibt,
    die wir vor zwanzig Jahren Feinde Israels genannt haben.
    Sie sind Teil der Lobby. Sie geben Geld, viel Geld. Aber das ursprüngliche Ziel des
    American Israel Public Affairs Committee in Washington, des American Jewish Committee
    und der Anti-Defamation League war es, Antisemitismus zu bekämpfen.
    Heute hat die Israel-Lobby zwei Projekte: Das erste ist, die Interessen Israels,
    so wie sie sie versteht, zu verteidigen. Das zweite Projekt ist, Kritiker wie mich zum Schweigen zu bringen.
    ..Dass der Krieg zum ständigen Hintergrund für die Innenpolitik wird, erinnert mich ohnehin an den Faschismus.
    Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Rolle des Staats der Krieg ist. Deswegen muss die Gesellschaft in einen
    dauernden Kriegszustand versetzt werden. Die kommunistische Version davon lautet, dass der Staat ständig
    Krieg gegen die Gesellschaft führt, weil sich in ihr dunkle Elemente verstecken....Meine
    Befürchtung ist, dass Amerika sich schlecht für die Globalisierung eignet. Amerikas Beziehung zum Rest der
    Welt ist sehr provinziell. Alle schauen Fox News. Die meisten, auch die meisten Kongressabgeordneten,
    besitzen keinen Reisepass. Wir leben in einer globalisierten Welt, die wegen der Populärkultur so wirkt, als ob
    sie amerikanisiert sei. Tatsächlich ist Amerika fast eine abgeschlossene Provinz."

    www.zeit.de/2006/45/Interview-Judt
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel