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Widersprüchliche Trump-Regierung
Lesbische Abgeordnete vergleicht Pete Hegseth mit "Tom of Finland"
Die Kongress-Abgeordnete Becca Balint weist darauf hin, dass die Regierung viel auf Homo-Erotik setzt – aber gleichzeitig queere Menschen verteufelt.

Wie Verteidigungsminister Pete Hegseth sich auf Social Media präsentiert, erinnert so manchen an Tom of Finland (Bild: Instagram / Pete Hegseth, Tom of Finland Foundation)
- 17. Juli 2026, 15:32h 3 Min.
Die demokratische US-Kongressabgeordnete Becca Balint hat am Donnerstag die neue Testosteron-Initiative von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth scharf kritisiert. Sie wirft der Trump-Regierung eine paradoxe Mischung aus hypermaskuliner Homoerotik und systematischer Homophobie vor.
Hintergrund ist ein am Mittwoch von Hegseth angeordnetes, verpflichtendes Testosteron-Screening für alle aktiven US-Soldat*innen ab 30 Jahren (queer.de berichtete). Hegseth, der das Pentagon in den sozialen Medien als "High-T Department of War" (testosteronstarkes Kriegsministerium) feiert, will damit die "Einsatzbereitschaft der Krieger optimieren".
Gegenüber dem Journalisten Scott MacFarlane von MeidasTouch fand Becca Balint im Kapitol deutliche Worte für das Gebaren des Ministers. Sie zog dabei einen direkten Vergleich zur queeren Kunstgeschichte: "Pete Hegseth ist das Paradebeispiel dafür, der super-männliche, kernige Macho-Mann. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, wer Tom of Finland ist?", so die offen lesbische Politikerin aus Vermont. "Pete Hegseth ist die Verkörperung dessen."
Tom of Finland alias Touko Laaksonen (1920-1991) erlangte weltweite Berühmtheit durch seine ikonischen, erotischen Zeichnungen von extrem muskulösen Männern in Uniformen und Lederbekleidung. Mit seinen unverkennbaren Bleistift- und Tuschezeichnungen hat er die schwule Kultur und Ästhetik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts radikal verändert und geprägt.
Die Widersprüchlichkeit der "Macho"-Politik
Balint betonte, dass es ihr nicht um eine Abwertung von Homoerotik an sich gehe. Vielmehr kritisierte sie die Doppelmoral einer Regierung, die queere Menschen im Militär aktiv bekämpft, sich selbst aber hypermaskulin inszeniert: "Ich denke, das ist bezeichnend für die Tatsache, dass so viele Menschen in dieser Regierung seltsame, intensive, homoerotische Gefühle gegenüber Männern haben, während sie gleichzeitig unglaublich homophob sind." Die Trump-Regierung schüre laut Balint gezielt "Hass und Angst" gegen die queere Community. Das eigentliche Problem liege im Verdrängungsmechanismus der Verantwortlichen: "Ich glaube nicht, dass die Homoerotik der seltsame Teil ist. Das Seltsame ist, dass sie so tun, als ob es darum nicht gehen würde."
/ MacFarlaneNewsAbout Pete Hegseths talk about testosterone for service members Rep Becca Balint (D-VT):
Scott MacFarlane (@MacFarlaneNews) July 16, 2026
There are so many people in this Administration that have some weird, intense homoerotic feelings toward men, while also being homophobic pic.twitter.com/e8TJB2J7dw
Doppelmoral bei Hormontherapien
Die Testosteron-Initiative sorgt in der Community für erhebliche Empörung. Erst vor wenigen Monaten hatten Donald Trump und Pete Hegseth damit begonnen, trans Personen aus dem Militär auszuschließen. Damals argumentierte das Pentagon noch mit den angeblich zu hohen Kosten für Hormontherapien – nämlich 5,2 Millionen Dollar pro Jahr. Nun wird im selben Ministerium flächendeckend viel Geld für Testosteron-Kuren bereitgestellt.
Ohnehin scheint das Geld im Pentagon bei manchen Dingen sehr locker zu sitzen: So kam kürzlich heraus, dass das Verteidigungsministerium etwa knapp sieben Millionen Dollar allein für die Luxus-Speise Hummer springen ließ – und das nur in einem einzigen Monat (queer.de berichtete).
Hegseth hatte seine Abneigung gegen trans Menschen in der Vergangenheit immer wieder mit dem von ihm geforderten "Krieger-Ethos" verknüpft. Im Mai diesen Jahres verkündete er etwa sichtlich stolz: "Keine Typen in Kleidern mehr. Damit sind wir durch."
Für Balint geht es bei Hegseths Fokus auf testosterongesteuerte Männlichkeit jedoch um mehr als nur Rhetorik. Sie sieht darin den Versuch, Vielfalt im Militär gezielt zurückzudrehen, nachdem bekannt wurde, dass Hegseth persönlich mehrere Frauen und schwarze Männer von einer Beförderungsliste der Navy gestrichen hatte. "Die Tatsache, dass er systematisch Frauen und nichtweiße Menschen unten hält, verrät das ganze Spiel. Es geht hier eigentlich gar nicht mehr um ein leistungsorientiertes System", erklärte die Demokratin. (dk)














