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Sachsen-Anhalt

Durchfall und Erbrechen: Norovirus-Ausbruch bei queerem Festival

Beim sexpositiven queeren Musikfestival "Whole" bei Gräfenhainichen haben sich zahlreiche Besucher*innen mit Noroviren infiziert. Das Gesundheitsamt Wittenberg bestätigte den Erregernachweis und stellte zudem Hygienemängel fest.


Archivbild: Menschen feiern beim "Whole"-Festival 2022 (Bild: IMAGO / Emmanuele Contini)

Beim queeren Musikfestival "Whole" in Ferropolis bei Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt ist es zu einem Ausbruch von Noroviren gekommen. Das Gesundheitsamt des Landkreises Wittenberg bestätigte den Erregernachweis in zwei Proben erkrankter Besucher*­innen, wie die Kreisverwaltung am Freitag mitteilte.

Nach bisherigen Erkenntnissen verbreitet sich das Virus vor allem von Mensch zu Mensch; eine Übertragung über verunreinigte Lebensmittel gilt als eher unwahrscheinlich, ist aber nicht ausgeschlossen. Die Untersuchung entnommener Lebensmittelproben dauert nach Angaben der Behörde noch an.

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Bei Kontrollen auf dem Festivalgelände stellten die Behörden zudem Hygienemängel fest, unter anderem einen unzureichenden Schutz von Lebensmitteln vor Verunreinigungen. Entsprechende Maßnahmen seien veranlasst worden. Bereits während der Aufbauwoche hatten mehrere Crewmitglieder Magen-Darm-Symptome entwickelt, wie die Veranstalter*innen zuvor mitgeteilt hatten; Laboruntersuchungen bestätigten die Infektionen. Medienberichten zufolge klagten bereits am ersten Festivaltag rund 60 Besucher*innen über Durchfall und Erbrechen.

Das "United Queer Festival" findet zum achten Mal statt

Das sexpositive Whole-Festival, das auch unter dem Titel "United Queer Festival" firmiert, wird seit 2017 von queeren Berliner Partykollektiven in der Industriekulisse Ferropolis veranstaltet. Es gilt als eines der bedeutendsten europäischen Festivals für queere Clubkultur. Zu den angekündigten Acts zählen unter anderem HAAi, Sherelle und Juliana Huxtable. Neben elektronischer Musik, die bei der Veranstaltung im Zentrum steht, werden diverse Performances, Workshops und Installationen geboten. Bis zum 20. Juli werden über 12.000 Besucher*innen erwartet.

Die Veranstaltung soll trotz des Ausbruchs wie geplant weiterlaufen. Veranstalter*innen und Gesundheitsamt haben die Hygienemaßnahmen verschärft: Sanitärbereiche und häufig berührte Flächen werden nach Angaben der Organisator*innen nun öfter gereinigt und desinfiziert, zusätzliche Desinfektionsspender wurden aufgestellt. Trinkwasser und der zum Baden genutzte See seien geprüft und als unbedenklich freigegeben worden.

Infizierte sollen sich beim Gesundheitsamt melden

Das Gesundheitsamt rief Besucher*innen dazu auf, sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen, Trinkflaschen, Besteck und Lebensmittel nicht mit anderen zu teilen und gemeinsam genutzte Oberflächen möglichst häufig zu reinigen. Wer bereits vor der Anreise unter Erbrechen oder Durchfall leide, solle auf einen Festivalbesuch verzichten. Erkranke jemand während der Veranstaltung, solle er oder sie keine weiteren Programmpunkte mehr besuchen, zeitnah die Heimreise antreten und auch nach Abklingen der Symptome für mindestens 48 Stunden Kontakt zu anderen Personen meiden.

Betroffene wurden zudem gebeten, ihre Erkrankung dem Gesundheitsamt per E-Mail an infektionshygiene@landkreis-wittenberg.de zu melden, um die Aufklärung des Ausbruchsgeschehens zu unterstützen. (cw)

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