https://queer.de/?58849
Filmtipp
30 Jahre "Beautiful Thing": Meilenstein des queeren Kinos
Das britische Jugenddrama "Beautiful Thing" von Hettie Macdonald war 1996 der erste große Film mit jungen schwulen Hauptfiguren – und hat sich ganz wunderbar gehalten. Eine HD-Fassung ist fürs Heimkino erhältlich.

Vor genau 30 Jahren – am 21. Juli 1996 – feierte "Beautiful Thing" in England seine Premiere (Bild: Salzgeber)
- Von Dieter Oßwald
19. Juli 2026, 12:31h 2 Min.
Die beiden Teenager Jamie und Ste gehen zusammen zur Schule, wohnen Tür an Tür in einem grauen Vorstadt-Wohnsilo – und gemeinsam entdeckt das Duo so langsam und (un)sicher sein Schwulsein: erste Sehnsucht, erster Kuss, das heimliche Blättern in einem Homoheft, der verschämte Gang in eine schwule Bar, die eigenen Zweifel, die Anfeindungen von Freund*innen und Familie – und natürlich das erste Mal.
Jamie ist der sensible Softie mit einer Schwäche für Musicals und einer Abneigung gegen Fußball, der bei seiner alleinerziehenden Mutter lebt. Kumpel Ste ist der harte Typ, der das Kicken und Boxen liebt, doch von Vater und Bruder bisweilen schon mal verprügelt wird. Und dann ist da noch die Nachbarin Lea, ein durchgeknalltes Girlie, das den beiden Jungs erst eifersüchtig Steine in den Weg legt, aber dann doch noch (fast!) lesbisch werden will.
Einer der schönsten Coming-out-Filme zum Wiederverlieben

"Beautiful Thing" ist in HD-Fassung auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich
Last but not least gibt's noch Jamies Mutter, die vom eigenen Pub träumt, ihren Sohn liebt – und fast aus den Hausschuhen kippt, als sie beim Stöbern in seinem Schlafzimmer die Gay-Gazette entdeckt.
Einmal mehr erweisen sich Frauen als die besseren Regisseur*innen für queere Stoffe. Kinoneuling Hettie Macdonald hatte "Beautiful Thing" bereits für die Bühne inszeniert. "Menschen müssen träumen können, sie sollten daran glauben können, dass ihre Träume wahr werden", beschreibt sie ihre Absichten.
Die beiden Jung-Mimen spielen ihre unterschiedlichen Rollen mit angenehmer Leichtigkeit und verblüffender Sensibilität. Da ist nichts plump oder peinlich, und wenn sich die beiden am Schluss verliebt in den Armen liegen und im Vorstadt-Ghetto eng umschlungen tanzen, ist das so poetisch wie ergreifend – selbst das Boulevardblatt "Daily Mail" schmolz einst dahin und schwelgte: "herzerweichend und bewegend".
|
Vor genau 30 Jahren – am 21. Juli 1996 – feierte "Beautiful Thing" in England seine Premiere, im Januar 1997 erschien der Film in den deutschen Kinos. Das Juwel des British Cinema spielte international über drei Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein. Bereits zum 25. Jubiläum ist eine HD-Fassung erschienen.
Beautiful Thing, Drama. Großbritannien 1996. Regie: Hettie Macdonald. Darsteller: Glen Berry, Scott Neal, Linda Henry. Laufzeit 87 Minuten. Sprachen: deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch, Englisch (optional). FSK 12. Salzgeber. Digital restaurierte Fassung erhältlich auf DVD und Blu-ray sowie digital.
Links zum Thema:
» "Beautiful Thing" auf DVD bei amazon.de
» Der Film auf Blu-ray bei amazon.de
» Der Film bei Prime Video
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.
00:20h, SWR:
Kiss Me Kosher
Die Israelin Shira und ihre deutsche Freundin Maria verloben sich, vor allem Shiras Oma kommt damit nicht klar.
Spielfilm, D / ISR 2019- 2 weitere TV-Tipps »















