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Filmtipp

30 Jahre "Beautiful Thing": Meilenstein des queeren Kinos

Das britische Jugenddrama "Beautiful Thing" von Hettie Macdonald war 1996 der erste große Film mit jungen schwulen Hauptfiguren – und hat sich ganz wunderbar gehalten. Eine HD-Fassung ist fürs Heimkino erhältlich.


Vor genau 30 Jahren – am 21. Juli 1996 – feierte "Beautiful Thing" in England seine Premiere (Bild: Salzgeber)

Die beiden Teenager Jamie und Ste gehen zusammen zur Schule, wohnen Tür an Tür in einem grauen Vorstadt-Wohnsilo – und gemeinsam entdeckt das Duo so langsam und (un)sicher sein Schwulsein: erste Sehnsucht, erster Kuss, das heimliche Blättern in einem Homoheft, der verschämte Gang in eine schwule Bar, die eigenen Zweifel, die Anfeindungen von Freund*innen und Familie – und natürlich das erste Mal.

Jamie ist der sensible Softie mit einer Schwäche für Musicals und einer Abneigung gegen Fußball, der bei seiner alleinerziehenden Mutter lebt. Kumpel Ste ist der harte Typ, der das Kicken und Boxen liebt, doch von Vater und Bruder bisweilen schon mal verprügelt wird. Und dann ist da noch die Nachbarin Lea, ein durchgeknalltes Girlie, das den beiden Jungs erst eifersüchtig Steine in den Weg legt, aber dann doch noch (fast!) lesbisch werden will.

Einer der schönsten Coming-out-Filme zum Wiederverlieben


"Beautiful Thing" ist in HD-Fassung auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich

Last but not least gibt's noch Jamies Mutter, die vom eigenen Pub träumt, ihren Sohn liebt – und fast aus den Hausschuhen kippt, als sie beim Stöbern in seinem Schlafzimmer die Gay-Gazette entdeckt.

Einmal mehr erweisen sich Frauen als die besseren Regisseur*­innen für queere Stoffe. Kinoneuling Hettie Macdonald hatte "Beautiful Thing" bereits für die Bühne inszeniert. "Menschen müssen träumen können, sie sollten daran glauben können, dass ihre Träume wahr werden", beschreibt sie ihre Absichten.

Die beiden Jung-Mimen spielen ihre unterschiedlichen Rollen mit angenehmer Leichtigkeit und verblüffender Sensibilität. Da ist nichts plump oder peinlich, und wenn sich die beiden am Schluss verliebt in den Armen liegen und im Vorstadt-Ghetto eng umschlungen tanzen, ist das so poetisch wie ergreifend – selbst das Boulevardblatt "Daily Mail" schmolz einst dahin und schwelgte: "herzerweichend und bewegend".

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Vor genau 30 Jahren – am 21. Juli 1996 – feierte "Beautiful Thing" in England seine Premiere, im Januar 1997 erschien der Film in den deutschen Kinos. Das Juwel des British Cinema spielte international über drei Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein. Bereits zum 25. Jubiläum ist eine HD-Fassung erschienen.

Infos zum Film

Beautiful Thing, Drama. Großbritannien 1996. Regie: Hettie Macdonald. Darsteller: Glen Berry, Scott Neal, Linda Henry. Laufzeit 87 Minuten. Sprachen: deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch, Englisch (optional). FSK 12. Salzgeber. Digital restaurierte Fassung erhältlich auf DVD und Blu-ray sowie digital.

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Galerie:
Beautiful Thing
6 Bilder
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