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Bonner bleibt Drogenbeauftragter

Trotz ähnlicher Situation wie bei Spahn: Streeck nicht auf CDU-Abschussliste

Drei Monate, bevor Jens Spahn Vater wurde, gab es auch Nachwuchs im Hause Streeck, mutmaßlich durch Leihmutterschaft. Anders als Spahn wackelt aber Streecks Posten nicht, weil er sich nicht politisch unglaubhaft gemacht habe.


Hendrik Streeck darf seinen Job behalten (Bild: IMAGO / Mauersberger)

Der offen schwule Bonner Bundestagsabgeordnete und Drogenbeauftragte Hendrik Streeck hat offenbar keine politischen Konsequenzen zu fürchten, obwohl auch er Vater eines Kindes ist, das offenbar mit Hilfe von Leihmutterschaft auf die Welt gekommen ist. "Herr Streeck hat keine politischen Forderungen vertreten, die seiner persönlichen Lebensführung entgegenstehen", erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag in Berlin. "Das heißt, es gibt bei ihm keine Frage der politischen Glaubwürdigkeit. Deswegen bitte ich doch, diese sehr klare Unterscheidung auch zu respektieren."

Der Fall unterscheide sich also von dem Jens Spahns, der am Mittwoch die Geburt seines Sohnes Georg mit Hilfe einer amerikanischen Leihmutter bekannt gegeben hatte (queer.de berichtete). Nach viel inner- und außerparteilicher Kritik trat Spahn am Samstag vom Posten des Unionsfraktionschefs zurück (queer.de berichtete). Als Grund wurde angeführt, dass sich Spahn mehrfach politisch gegen Leihmutterschaft ausgesprochen hatte.

Geburt offenbar in Idaho

Streeck hatte im April bekanntgegeben, mit seinem Ehemann Vater eines Kindes geworden zu sein (queer.de berichtete). Zu den Hintergründen machte er keine Angaben, die "Bunte" berichtete jedoch, dass das Kind im US-Bundesstaat Idaho geboren wurde, angeblich von einer Leihmutter. In Idaho ist kommerzielle Leihmutterschaft legal und steht allen Wunscheltern offen, unabhängig von Familienstand, sexueller Orientierung oder genetischer Verwandtschaft.

"Die Elternschaft von Professor Streeck und die Geburt eines Sohnes wurde von ihm bestätigt, nicht mehr", so Kornelius weiter. "Es gibt also keine öffentliche Äußerung über die Umstände, und das ist insofern auch zum Schutz des Kindes weiterhin familiäre Privatsphäre, die wir auch zu respektieren bitten." Streeck hatte sich in der Vergangenheit – anders als Spahn – nicht zum Thema Leihmutterschaft positioniert.

Streeck war im Februar 2025 erstmals für die CDU in den Bundestag eingezogen. Davor war der Virologe als Experte für die Corona-Pandemie in TV-Sendungen allgegenwärtig. Im Mai 2025 wurde er zum Drogenbeauftragten der Bundesregierung ernannt (queer.de berichtete).

Wegen seiner Vaterschaft erhielt Streeck viel Hass auf Social Media, insbesondere von der AfD und von Feministinnen (queer.de berichtete). Das Magazin "Emma" sprach etwa von "Ausbeutung und Gewalt", die auch gegen Kinder, die auf diese Art auf die Welt gekommen seien, ausgeübt werde.

Die CDU hatte bei einem Parteitag im Februar aber ausdrücklich am geltenden Verbot von Leihmutterschaft in Deutschland festgehalten. Weder Spahn noch Streeck widersprachen damals öffentlich diesem Beschluss. Im Ausland ist Leihmutterschaft für Deutsche allerdings vollkommen legal. Kinder, die deshalb auf die Welt kommen, werden von deutschen Gerichten grundsätzlich anerkannt. (dk)

Korrektur: In einer ersten Version des Artikels hatten wir geschrieben, dass Streeck beim CDU-Parteitag in Stuttgart anwesend war. Das ist falsch. Er nahm beim zeitgleich stattfindenden 18. Zukunftskongress öffentliche Apotheke in Bonn teil. Wir haben den Artikel entsprechend geändert.

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