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30 Jahre danach
Fortsetzung für "Der bewegte Mann" mit Til Schweiger geplant
Die schwule Komödie "Der bewegte Mann" gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Filmen der Neunzigerjahre. Jetzt soll es eine Fortsetzung geben – wieder mit Til Schweiger.

Axel (Til Schweiger) hatte 1994 den schwulen Norbert (Joachim Król) im Schrank (Bild: Constantin Film)
- 22. Juli 2026, 13:06h 3 Min.
Mehr als 30 Jahre nach dem Kinostart von "Der bewegte Mann" ist ein Sequel des Filmklassikers in Planung. Das geht aus einer Fördermeldung der Film- und Medienstiftung NRW hervor. Demnach soll "Der bewegte Mann – Reloaded" mit 900.000 Euro gefördert werden.
Mehrere Stars des Films sollen wieder in ihre Rolle schlüpfen: Til Schweiger (62) ist etwa wieder dabei als Axel Feldheim – also jener heterosexuelle Frauenheld, der von seiner Freundin Doro vor die Tür gesetzt wird und daraufhin in eine schwule Männer-WG in Köln zieht. Der Originalfilm war Schweigers großer Durchbruch im deutschen Kino, nachdem seine Komödie "Manta, Manta" aus dem Jahr 1991 zwar ein Publikumserfolg war, aber von der Kritik zerrissen wurde.
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Zudem ist Rufus Beck (68) im neuen Film dabei, der vor drei Jahrzehnten als schwuler Walter (Spitzname: "Waltraud") zu sehen war. Als weitere Schauspieler*innen sind Marie Bäumer (57) und Jan Josef Liefers (61) angegeben, die im Originalfilm nicht dabei waren.
Axel hat einen schwulen Sohn
Die Storyline: Die Fortsetzung knüpft drei Jahrzehnte nach den Ereignissen des ersten Teils an. Axel (Schweiger) taucht nach jahrelanger Funkstille überraschend auf der Hochzeit seines schwulen Sohnes auf. Dort trifft er auf seine Ex-Partnerin Doro sowie "Ersatzvater" Norbert, was zu Turbulenzen im Beziehungs- und Patchwork-Gefüge der Figuren führt. Doro wurde im Originalfilm von Katja Riemann (62) gespielt, der schwule Norbert wurde von Joachim Król (69) dargestellt – es ist allerdings unklar, ob im neuen Film der selbe Norbert gemeint ist. Unklar ist, ob die Schauspieler*innen auch im neuen Film dabei sind.
Regie führt Hermine Huntgeburth (68), die für Filme wie "Die weiße Massai" (2005), "Lindenberg! Mach dein Ding (2020) sowie mehrere "Tatort"- und "Polizeiruf 110"-Folgen verantwortlich zeichnete. Das Drehbuch stammt von Judy Horney und Martin Gypkens und basiert wie das Original auf den Comic-Vorlagen von Ralf König (65).
"Der bewegte Mann" war Publikumserfolg, erntete aber auch Kritik
Die ursprüngliche Filmkomödie von Sönke Wortmann aus dem Jahr 1994 erreichte über sechs Millionen Kinobesucher*innen und prägte das Bild queerer Figuren im deutschen Mainstream-Kino der 1990er-Jahre maßgeblich. Im Rückblick wurde der Film wegen zahlreicher Klischees und Stereotype auch negativ betrachtet.
Comiczeichner Ralf König, auf dessen Vorlage der Film basierte, zeigte sich schon von Anfang an er mit der inhaltlichen Umsetzung nicht besonders glücklich. Er empfand die Filmfassung als zu glattgebügelt, brav und heteronormativ. Der subversive, freche und spezifisch schwule Witz seiner Comic-Vorlage ging ihm im Massengeschmack des deutschen Mainstream-Kinos zu sehr verloren. Allerdings bezeichnete er den Film auch als unterhaltsam und handwerklich gut gemacht. (cw)
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