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US-Kongress
Republikanerin: Bild von RuPaul im Museum führt zu Vergewaltigung von Kindern
Nancy Mace sorgt für einen neuen Tiefpunkt im US-Kongress: So soll schon das Bild einer queeren Person in einem Museum dazu führen, dass mehr Kinder vergewaltigt werden.

Die Abgeordnete Nancy Mace brachte Bilder von den ihrer Ansicht nach bösen Dragqueens mit (Bild: IMAGO / Newscom World)
- 22. Juli 2026, 16:01h 3 Min.
Bei einer Anhörung im US-Kongress hat die republikanische Abgeordnete Nancy Mace behauptet, dass Bilder von Dragqueens in Museen dazu führen könnten, dass Kinder vergewaltigt werden. Mace kritisierte am Dienstag konkret, dass Fotos von RuPaul und anderen Dragqueens im National Museum of American History in New York zu sehen seien.
"RuPaul ist ein Mann, der sich wie eine Frau kleidet, im wörtlichen Sinne", empörte sich die Republikanerin aus dem konservativen Bundesstaat South Carolina bei einer Befragung der Direktorin des kritisierten Geschichtsmuseums. "Wissen Sie, wie viele Kinder in diesem Land von Erwachsenen vergewaltigt werden?", fragte sie, ohne auf eine Antwort zu warten. Weiter erklärte die 48-Jährige: "Den Kindern so einen Scheiß vorzusetzen, sexualisiert sie. Das macht sie anfällig für Leute, die sie vergewaltigen oder missbrauchen wollen."
Den Vorwurf der Sexualisierung von Kindern durch Dragqueens gibt es inzwischen auch in Deutschland: Insbesondere die AfD macht gegen den "Dragqueen-Sumpf" Stimmung (queer.de berichtete). Dem schließen sich teilweise Politiker*innen von CDU, CSU und SPD an.
RuPaul Charles ist die derzeit bekannteste Dragqueen der Welt. Bereits in den Neunzigerjahren wurde sie zu einer USA-weit bekannten Figur, als im Sender VH-1 im Jahr 1996 "The RuPaul Show" startete, eine Talkshow mit Gästen wie Cher, Bea Arthur, Dionne Warwick, Cyndi Lauper oder Olivia Newton-John. Weltweit bekannt wurde die Realityshow "RuPaul's Drag Race", die 2009 an den Start ging. Inzwischen gehört die Reihe zu den am meisten ausgezeichneten Shows – sie erhielt allein 29 Primetime-Emmys.
Republikaner kämpfen für "patriotische" Geschichtsschreibung ohne Sklaverei und queere Menschen
Die Republikaner gehen derzeit gegen die teilweise öffentlich-rechtliche Smithsonian Institution – den weltgrößten Verbund aus Museen, Forschungseinrichtungen und Bibliotheken – vor. Diese Einrichtung betreibt auch das New Yorker Geschichtsmuseum. Hintergrund ist ein fundamentaler Streit über die Deutungshoheit der amerikanischen Geschichtsschreibung. Trump und Co. werfen der Institution vor, eine "Woke-Ideologie" zu fördern und Geschichtsrevision zu betreiben.
Das Weiße Haus erließ Dekrete, um vermeintlich "antiamerikanische" oder "spaltende" Inhalte aus den Smithsonian-Einrichtungen zu entfernen und den Schwerpunkt auf traditionelle Errungenschaften zu verlagern. Republikaner werfen den Museen vor, die USA primär als ein Land darzustellen, das auf Sklaverei, Unterdrückung und systemischem Rassismus aufgebaut sei. Stattdessen fordern sie eine "patriotische Erziehung", die die weißen Gründerväter, die Freiheit und den historischen Fortschritt der Nation in den Vordergrund stellt. Die Geschichte der Unterdrückung schwarzer Menschen oder der Kampf queerer Menschen für gleiche Rechte hätten in diesem Narrativ keinen Platz. Die Trump-Regierung geht dabei seit ihrem Amtsantritt rhetorisch besonders hart gegen Dragqueens und trans Menschen vor.
Das Smithsonian betonte als Erwiderung auf die Vorwürfe unter anderem, dass die Geschichte der Sklaverei kein Randthema sei, sondern ein zentrales Fundament der US-Geschichte. Außerdem versteht das Institut die Geschichte von queeren Menschen als einen integralen, unverzichtbaren Bestandteil der amerikanischen Nationalgeschichte an. Ziel sei, dass sich jede Amerikanerin und jeder Amerikaner in den staatlichen Museen reflektiert und repräsentiert sieht. (cw)














