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Rheinland besiegt Spreeathen
Köln ist weiter sexpositiver als Berlin
Köln ist weiterhin die sexpositivste Stadt Deutschlands, rutscht aber im weltweiten Vergleich etwas ab. Das ist eines der Ergebnisse der Studie zu den "Most Sexually Liberal Cities" der Welt.

Unter dem Dom fühlen sich auch Puppys wohl (Bild: IMAGO / Jan Huebner)
- 24. Juli 2026, 15:43h 3 Min.
Die Erotik-Plattform Erobella hat ihren aktuellen Jahresindex "World's Most Sexually Liberal Cities 2026" vorgelegt. Erneut führt dabei die niederländische Hauptstadt Amsterdam die Liste der sexuell offensten Städte der Welt an.
Danach gibt es aber einige Veränderungen: Das kanadische Vancouver stieg von Rang vier auf Rang zwei auf. Die nordenglische Metropole Manchester belegte den dritten Platz, im Vorjahr lag der Drehort von "Queer as Folk" noch auf Rang sieben.
Als beste deutsche Städte platzierte sich Köln auf dem vierten Platz – und fiel damit einen Rang zurück. Berlin konnte den sechsten Platz verteidigen. Als weitere deutsche Stadt verfehlt Hamburg mit dem elften Rang knapp die Top Ten.

Wie im Vorjahr sind insgesamt 41 Städte in aller Welt untersucht worden. Dabei werden vier Kriterien gemessen, darunter auch die Akzeptanz und Integration queerer Menschen. So wird etwa gezählt, wie viele queere Einrichtungen oder queere Events eine Stadt anbietet, aber auch Antidiskriminierungsgesetze oder ob trans und nichtbinäre Menschen anerkannt werden spielen eine Rolle. "Der Index listet die Städte, in denen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt nicht nur toleriert, sondern gefeiert wird", so Erobella.
Zu den weiteren Kriterien gehört das Thema Sexarbeit – etwa der legale Status der Sexarbeitenden und ihrer Kund*innen sowie Dichte von Interessenvertretungen und Selbsthilfeorganisationen für Sexarbeitende. Außerdem wird die reproduktive Gesundheit gemessen, also etwa der Zugang zu Verhütungsmitteln und ob es ein Recht auf Abtreibung gibt. Letztlich fließt der "Adult Lifestyle" ein, gemessen an der Pro-Kopf-Dichte von Sexshops und Erotikangeboten.
Beim Thema LGBT liegt Köln mit 61 von 100 möglichen Punkten auf dem dritten Platz – besser schnitten nur San Francisco mit 70 und Manchester mit 62 Punkten ab. Berlin kommt auf 51 Punkte, Hamburg auf 43.
"Da spielt Köln pro Kopf in einer eigenen Liga"
"Dass Köln vor Berlin liegt, überrascht viele – aber es ist konsequent. Die Gesetzeslage ist in ganz Deutschland gleich liberal, den Unterschied macht die Dichte des queeren Lebens. Und da spielt Köln pro Kopf in einer eigenen Liga", erklärte Erobella-Sprecherin Marie Kressund. Hamburg zeige wiederum, wie knapp die Ränge beieinanderliegen: "St. Pauli und die lange Tradition der Reeperbahn reichen 2026 nicht mehr für die Top 10 – nicht weil Hamburg schlechter geworden wäre, sondern weil Städte wie Glasgow und Paris aufgeholt haben."
Auf den letzten Plätzen insgesamt liegen Kapstadt, Tokio und Schlusslicht Moskau. Auch beim Unterbereich LGBT hat Moskau mit einem Punkt abgeschlagen die Rote Laterne.
US-Städte leiden unter Trump und Co.
Die neun US-Städte im Ranking leiden unter der aktuellen Regierung: Zwar attestiert Erobella praktisch allen eine lebendige Szene, dies werde aber von den schwierigen politischen Rahmenbedingungen ausgebremst. Keine einzige US-Stadt erhält etwa Punkte für ihre Sexarbeitsgesetzgebung, und die Abtreibungswertung fällt seit den verschärften Regelungen landesweit niedrig aus. Am deutlichsten wird der Widerspruch in Miami: Die Stadt erzielt als einzige die Maximalwertung in allen vier Lifestyle-Kategorien – Sexshops, Gay Bars, LGBT-Events und queere Veranstaltungen pro Kopf – und landet wegen null Punkten bei Geschlechtsanpassung, Diskriminierungsschutz und Sexarbeitsgesetzen dennoch nur auf Platz zehn.
Beste US-Stadt ist San Francisco auf dem fünften Platz, getragen von seinen starken Community Strukturen und der höchsten Dichte an Sexarbeiter-Organisationen im gesamten Ranking. Dahinter klafft eine Lücke: New York landet trotz seines liberalen Rufs nur auf Platz 32, Houston und Dallas finden sich im hinteren Drittel wieder. Der Befund für die USA lautet damit: Infrastruktur und Sichtbarkeit auf Weltniveau, rechtliche Rahmenbedingungen weit dahinter. (cw)
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