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Live-Blog

Nach CSD-Anschlag: Redmann will Gefährdern Führerschein entziehen

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann plant, Gefährdern das Mieten von Fahrzeugen zu erschweren. Am Tatort soll eine Regenbogenbank aufgestellt werden. Letzte Reaktionen und Entwicklungen zum islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD im Live-Blog.


Am Tag nach dem Anschlag wurde das Brandenburger Tor in Regenbogenfarben angestrahlt (Bild: Orator / wikipedia)

Am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gerast und hat mindestens einen Menschen getötet. Über 20 weitere Menschen wurden nach Angaben von Polizei und Feuerwehr am Samstagabend im Tiergarten verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich (queer.de berichtete). Abdul Ballout, der mutmaßliche Täter, wurde am frühen Sonntagabend von der Berliner Polizei erschossen. Er soll Anhänger der Terrororganisation IS gewesen sein.

Die Community reagierte geschockt – und mit dutzenden Mahnwachen und weiteren Veranstaltungen in ganz Deutschland, die wir in dieser Terminübersicht bündeln.

In diesem Live-Blog berichten wir über weitere Reaktionen und neue Entwicklungen in dem Fall. Reaktionen und mehr gibt es auch in unserer Presseschau. (mize/dpa/AFP/spot)


Live-Ticker (abgeschlossen, Start)

26.07., 10:45h

Sarah Connor: "Mir fehlen die Worte"


Sarah Connor (Bild: Sven Mandel / wikipedia)

Auch mehrere Künstler*innen, die beim CSD in Berlin aufgetreten sind, meldeten sich nach dem Anschlag zu Wort. Darunter ist Sängerin Sarah Connor. In einer Instagram-Story bedankte sie sich zunächst für den "wunderschönen Auftritt", es sei "unfassbar schön" gewesen. "Umso furchtbarer" sei es, heißt es in ihrem Video weiter, dass sie kurz danach aus dem Backstage-Bereich evakuiert werden mussten. "Mir fehlen die Worte", es sei "furchtbar", fügt Sarah Connor hinzu und spricht den Opfern und Angehörigen ihr Beileid aus.

Auch Jochen Schropp stand beim Berliner CSD auf der Bühne und zeigt sich in seinen Instagram-Storys bestürzt. Der Moderator erklärte, nachdem er zu Hause angekommen war, es sei ein so schöner Tag voller Liebe und Spaß gewesen. "Es war wirklich unbeschreiblich und dann passiert so was." Weiter sagt er in einem Video, er hoffe "irgendwie, wir kommen da als Community gut durch". Er habe sehr viele Menschen gesehen, "denen es danach gar nicht gut ging und die unter Schock standen".

26.07., 10:42h

Hendrik Wüst: "abscheulicher Angriff auf unsere Freiheit"


Hendrik Wüst (Bild: Land NRW / Tobias Koch)

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat den tödlichen Angriff eines Autofahrers am Rande des Berliner CSD als "abscheulichen Angriff auf unsere Freiheit" verurteilt. Die schreckliche Tat sei erfolgt während Hunderttausende Menschen friedlich für eine offene und vielfältige Gesellschaft feierten, schrieb der CDU-Regierungschef auf der Plattform X. "Meine Gedanken sind bei den Betroffenen, ihren Angehörigen & den Einsatzkräften."

/ HendrikWuest
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26.07., 10:38h

CSD Deutschland e.V.: "Wir werden uns nicht spalten lassen"

Für den CSD Deutschland e.V. war die Attacke auf den Berliner CSD "ein Angriff "uns alle, auf unsere offene Gesellschaft, auf die Freiheit, so zu leben und zu lieben, wie wir es wollen", heißt es in einer Stellungnahme auf Instagramm. "Ein Angriff, der uns mitten ins Herz treffen sollte, um Angst und Spaltung zu säen. Doch wir werden uns nicht spalten lassen."

Berlin stehe seit jeher für Offenheit, Toleranz und ein solidarisches Miteinander, so der Dachverband. "In Momenten wie diesem rücken wir nur noch enger zusammen. Dem Hass, dem Extremismus und der Gewalt setzen wir unsere unerschütterliche Solidarität und unsere Gemeinschaft entgegen. Wir lassen uns unsere Freiheit und unsere Sichtbarkeit nicht nehmen."

26.07., 10:33h

Mahnwache in Magdeburg

Sehr kurzfristiger Terminhinweis: Der LSVD+ Sachsen-Anhalt lädt am Sonntag um 11 Uhr zu einer Mahnwache auf dem Willy-Brandt-Platz in Magdeburg ein.

26.07., 10:22h

Brandenburgs Innenminister zutiefst erschüttert


Jan Redmann (Bild: MIK)

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hat die Nachricht von einem Angriff auf den CSD in Berlin schwer mitgenommen. "Der Angriff auf fröhlich feiernde Menschen auf dem CSD in Berlin erschüttert mich zutiefst", erklärte Redmann laut Mitteilung seines Ministeriums. "Es ist ein Angriff auf uns alle, auf unsere freie und offene Gesellschaft." Der CDU-Politiker ist selbst schwul und geht offen mit seiner Homosexualität um.

"Ich hoffe, dass die Verletzten schnell und vollständig genesen, den Angehörigen der Verstorbenen gehört unser aller Mitgefühl", so Redmann. Die Brandenburger Polizei unterstütze die Berliner Kollegen bei der Fahndung nach dem gesuchten Tatverdächtigen. "Wir tun alles, damit er und etwaige Tatbeteiligte schnell gefasst und die Hintergründe dieser schrecklichen Tat aufgeklärt werden."

26.07., 10:21h

Queerbeauftragte: Für Vielfalt und Sichtbarkeit kämpfen

Nach dem tödlichen Angriff mit einem Auto am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) will die Queerbeauftragte der Bundesregierung die Anliegen der Community stärken. "Wenn die Feinde unserer Freiheit Hass und Gewalt säen, werden sie keine Angst ernten, sondern mehr Zusammenhalt, mehr Vielfalt und mehr Sichtbarkeit", schrieb die Beauftragte für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Sophie Koch (SPD), bei Instagram. "Das ist unsere Antwort. Und dafür werden wir entschlossen kämpfen."

Koch betonte: "Der Christopher Street Day steht für Freiheit, Vielfalt und das Recht, ohne Angst sichtbar zu sein." Dass Menschen ausgerechnet in diesem Umfeld Opfer einer solchen Gewalttat würden, mache fassungslos.

"Dieser Anschlag erschüttert mich und unsere gesamte Community zutiefst", schrieb die Queerbeauftragte weiter. Ihre Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien, Freunden und Freundinnen. "Den Verletzten wünsche ich von ganzem Herzen Kraft und eine schnelle Genesung."

26.07., 10:19h

Beratungsangebot von Maneo für Betroffene und Zeug*innen


(Bild: Maneo)

Berlins schwules Anti-Gewalt-Projekt Maneo ruft Zeug*innen des Angriffs auf, ihre Beobachtungen der Polizei oder dem Projekt mitzuteilen. "Maneo steht allen Betroffenen und Zeug*innen zur Seite. Wir bieten Beratung, Unterstützung und – auf Wunsch anonym – die Möglichkeit, Vorfälle zu melden", heißt es in einer Pressemitteilung. Die Opferhilfe ist unter der Telefonnummer (030) 216 33 36 täglich zwischen 17 und 19 Uhr erreichbar. E-Mails können an opferhilfe@maneo.de geschickt werden. "Wer Unterstützung nach dem Erlebten braucht, kann sich jederzeit an uns wenden – vertraulich und kostenfrei.2

Maneo weiter: "Der CSD ist ein Tag der Sichtbarkeit, der Freude und des Einstehens für die Rechte von LSTIQ+. Wir sind fassungslos über diese schreckliche Tat."

26.07., 10:11h

LSVD+: "Regenbogen hat einen Riss bekommen"

Die queere Gemeinschaft ist nach dem Angriff am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) bestürzt. "Der Regenbogen hat heute einen Riss bekommen. Das ist ein dunkler Tag für unsere Community und unser Land", schrieb der LSVD+ – Verband Queere Vielfalt auf Instagram. "Unsere Gedanken sind bei allen, die direkt betroffen sind."

Der Landesverband Berlin-Brandenburg schrieb auf Instagram: "Heute ist ein Tag der Trauer. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, ihren Angehörigen und allen, die die Ereignisse beim CSD Berlin miterleben mussten." Der Verband bat darum, keine Spekulationen zu verbreiten, bis gesicherte Informationen vorliegen.

26.07., 10:04h

Stuttgarter CSD-Veranstalter*innen bestürzt nach Vorfall in Berlin


Szene-Ikone Laura beim CSD Stuttgart 2025 (Bild: Stuttgart Pride)

Nachdem ein Transporter in Berlin am Rande des CSD in eine Menschenmenge gefahren ist, zeigen sich die Veranstalter*innen des Stuttgarter Christopher Street Days erschüttert. "Wir sind zutiefst erschrocken und traurig darüber, was heute in Berlin geschehen ist", heißt es in der Nacht in einem Instagrampost. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, Angehörigen und Zeugen der Tat (...)."

Am Samstag hatte parallel auch der CSD in Stuttgart stattgefunden. Tausende Menschen zogen dabei für die Rechte von queeren Menschen durch die Straßen der baden-württembergischen Landeshauptstadt.

26.07., 10:01h

NRW-Innenminister Reul: Freiheit verteidigen


Herbert Reul (Bild: IM NRW / Ralph Sondermann )

Nach dem tödlichen Angriff eines Autofahrers am Rande des Berliner CSD hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul vor islamistischen Einzeltätern gewarnt. "Der mutmaßliche Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin macht erneut deutlich, welche Gefahr von islamistischen Einzeltätern ausgeht – Menschen, die ohne Vorwarnung losziehen und Anschläge begehen", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Der NRW-Minister kündigte als Konsequenz an: "Wir werden aktuell die Polizei im Land für die laufenden und anstehenden Veranstaltungen und Feste noch einmal sensibilisieren." Er vertraue darauf, dass die Ermittlungsbehörden in Berlin alles tun, um den Täter zu fassen. "Gleichzeitig ist klar: Wir dürfen uns unsere Freiheit, unser öffentliches Leben und unsere Feste nicht von Terroristen nehmen lassen. Genau das wäre ihr Ziel – und genau das werden wir nicht zulassen", betonte Reul.

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