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Streit um "Margit Honecker-Hitler"

Margot Schlönzke verklagt Nina Queer

Margot Schlönzke fühlt sich in einem neuen Musical von Nina Queer als "Margit Honecker-Hitler" verunglimpft. Jetzt muss offenbar ein Gericht entscheiden.


Nina Queer (li.) und Margot Schlönzke werden wohl keine Freundinnen mehr (Bild: Michael Rädel / wikipedia, IMAGO / Agentur Baganz)

In der Berliner Drag-Szene kommt es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen zwei bekannten Persönlichkeiten: Margot Schlönzke alias Matthias Schwanau zieht gegen Nina Queer (Daniel Wegscheider) vor Gericht. Das berichtet die B.Z.

Anlass des Rechtsstreits ist Nina Queers Musical-Projekt "Nightmare on Fuggerstreet", dessen Musikstücke bereits auf gängigen Streaming-Plattformen veröffentlich wurden. Das Stück ist im Berlin des Jahres 2036 angesiedelt, Namensgebend ist die Fuggerstraße im Schöneberger Regenbogenkiez. Inhaltlich ist das Stück extrem düster und zeigt eine dekadente, gewissenlose Elite, die von perversen Leidenschaften und Intrigen getrieben wird.

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"In Wirklichkeit zerstör' ich Menschen und Liebe"

Das Stück beinhaltet auch die Figur "Margit Honecker-Hitler", die so manche Hörer*innen an Schlönzke erinnern könnten. Die Dragqueen sieht sich dadurch in ihrem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt. In Texten wird die Figur Honecker-Hitler als das personifizierte Böse dargestellt. Ein Textbeispiel lautet: "Mein Name ist Margit Honecker-Hitler / Man kennt mich als gute Seele / als menschlicher Vermittler / doch in Wirklichkeit zerstör' ich Menschen und Liebe".

Nina Queers Medienanwalt Dennis Jennessen weist die Vorwürfe zurück und betont, dass es sich bei dem Werk um eine reine Fiktion mit frei erfundenen Figuren handle, die keinen Bezug zu realen Personen aufweise. "Es geht um keine realen Personen – auch nicht um Herrn Schwanau. Warum er sich mit einem der Charaktere identifiziert, weiß ich nicht", erklärte er gegenüber der B.Z. Die Vertretung von Schlönzke wollte sich auf Anfrage vorerst nicht öffentlich zum laufenden Verfahren äußern.

Schlönzke und Queer sind bereits seit Jahren nicht gut aufeinander zu sprechen. So warf Queer Schlönzke letztes Jahr vor, Jurassica Parka verraten zu haben, indem sie Informationen über mögliche Ermittlungen an die Medien weitergegeben habe (queer.de berichtete).

Nina Queer als "Wendler der Community"

Nina Queer, die in der Vergangenheit im Wahlkampf für die SPD geworben hatte, hat bereits einige Skandale hinter sich. 2016 warf ihr die CDU etwa Rassismus wegen eines Artikels in einem Schwulenmagazin vor (queer.de berichtete).

2021 sorgte Queer dann bundesweit für Schlagzeilen, als sie von RTL kurz vor dem Start von "Ich bin ein Star – holt mich hier raus" aus der Show geschmissen wurde. Grund war damals, dass sie sich selbst "Hitler-Transe" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). RTL erklärte damals, einer Person, die sich so bezeichnet, wolle man "keine Plattform in einer Unterhaltungssendung bieten".

Ex-Dschungelkönigin Désirée Nick bezeichnete Nina Queer daraufhin als "Wendler der Community" (queer.de berichtete). Queer selbst sah sich aber als Opfer der angeblichen "Cancel Culture" (queer.de berichtete).

Letztes Jahr veröffentlichte Nina Queer den Kinofilm "Der Saft des Bösen", war aber nur wenig erfolgreich. In der queer.de-Rezension hieß es damals über den Film: "Geistreich, originell oder kurzweilig ist da kaum etwas." (cw)

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