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Nach CSD-Anschlag

"Jetzt erst recht": Berliner CSD will in Hamburg mitfahren

Der angegriffene Berliner Pride beteiligt sich mit einem Wagen am Hamburger CSD am Samstag, bevor es am Sonntag eine Mahnwache im Berliner Tiergarten gibt. Eine Woche später folgt eine Gedenkdemonstration in Köln.


"Haltung ist hot" lautete das Motto des diesjährigen Berliner CSD, hier auf dem Wagen der Veranstalter*innen am letzten Samstag (Bild: IMAGO / Wolfgang Maria Weber)

Nach dem islamistischen Terroranschlag beim Berliner CSD am Samstag mit einer Toten und 31 Verletzten wollen sich die Organisator*innen des Pride nicht einschüchtern lassen. Der Verein will an diesem Samstag (1. August) kurzfristig mit einem eigenen Wagen bei der geplanten CSD-Parade in Hamburg dabei sein.

"Gerade jetzt dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen", teilte der Vorstand mit. "Unsere Antwort auf Hass ist Zusammenhalt. Unsere Antwort auf Angst ist Sichtbarkeit." Mit der spontanen Teilnahme in Hamburg mache der Verein zugleich deutlich, dass man nicht aufhöre: "Es wird auch in Berlin wieder einen CSD geben. Und an diesem Wochenende stärken wir dem Hamburger Pride den Rücken." Der Truck werde dem CSD kostenfrei zur Verfügung gestellt, schrieb der Berliner Verein. Die Teilnehmenden werden gebeten, auf dem Wagen dunkle Kleidung zu tragen.

Zu der Demonstration in Hamburg erwarten der Hamburg Pride nach Angaben der Polizei 250.000 Teilnehmende. Der Zug soll um 12 Uhr an der Lübecker Straße im Stadtteil Hohenfelde starten und durch den Stadtteil St. Georg zum Straßenfest rund um den Jungfernstieg ziehen, das von Freitag bis Sonntag geht.

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Auch Hamburg Pride betont "Haltung"


Das Plakat des diesjährigen Hamburg Pride

Das (vor Monaten festgelegte) Motto des Hamburger CSD lautet in diesem Jahr "Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!" Das Sicherheitskonzept zu der Hamburger Veranstaltung sei nach dem Angriff in Berlin intensiv überarbeitet und nachgeschärft worden: "Wir werden mit rund doppelt so viel Kräften wie beim letzten Mal vor Ort sein", sagte Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel im Deutschlandfunk.

Nach dem Anschlag hat der Hamburger CSD zu einer Kundgebung mit Schweigeminute am Freitag um 19.45 Uhr auf dem Rathausmarkt aufgerufen.

Mahnwache am Sonntag in Berlin geplant

Für Sonntag (2. August) ist dann in Berlin erneut eine größere Mahnwache geplant, zu der auch der Berliner CSD aufruft. Organisiert wird sie vom LSVD+ Berlin-Brandenburg. Ab 18 Uhr soll am Ahornsteig Nähe Lennéstraße im Großen Tiergarten, also unweit des Anschlagorts, der Opfer gedacht werden. "Weitermachen am Samstag und Innehalten am Sonntag gehören für den Verein zusammen", so der Berliner CSD. "Das eine ersetzt das andere nicht. Es ist wichtig, für beide Gefühle Raum und Sichtbarkeit zu schaffen."

Seit dem Anschlag hatte es in dutzenden Städten Mahnwachen gegeben, auch in den nächsten Tagen sind weitere geplant (Terminübersicht). Am Wochenende stehen zudem CSDs neben Hamburg in Bonn, Amberg, Naumburg, Kempten, Schüchtern, Wolfratshausen, Brühl, Moers und Ahaus an.

"Jetzt erst recht" auch in Köln: Fahrt nach Amsterdam, Demo in der Domstadt

Die Organisator*innen des Cologne Pride riefen derweil weiter dazu auf, sich am Samstag der Zugfahrt zum Canal Pride in Amsterdam anzuschließen, der Teil des World Pride ist. "Die schrecklichen Ereignisse in Berlin, der hinterhältige Anschlag sind noch frisch. Doch wir dürfen uns von dem Schock, der Unsicherheit und der Angst nicht lähmen lassen. Wir müssen weitermachen und wir machen auch weiter – jetzt erst recht!", so der CSD. Details zu den Zugabfahrten aus NRW-Städten und Tickets gibt es hier.

Für den Sonntag am Wochenende darauf haben der CSD und diverse andere queere Organisationen dann zu einem "Kölner Queer March" aufgerufen, der ab 14 Uhr von der Deutzer Werft zum Friesenplatz gehen soll. "Am Sonntag, den 09.08., schließen sich die queeren Organisationen und Vereine der Stadt Köln mit ihren Allys aus der Zivilgesellschaft zusammen und rufen nach dem hinterhältigen islamistischen und queerfeindlichen Anschlag auf den CSD in Berlin zu einem queeren Demozug durch die Kölner Innenstadt auf", heißt es in dem vor wenigen Minuten veröffentlichten Aufruf. "Der Berliner CSD, der auf grausamste Art und Weise beendet wurde – durch einen Anschlag auf die queere Community – stand unter dem Motto 'Haltung ist hot'. Haltung bleibt hot, Haltung ist jetzt aber vor allem eins: notwendiger denn je!" (dpa/cw)

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