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Staatshomophobie
Russischer Oppositionspolitiker wegen Regenbogenhemd hinter Gittern
Schon ein Regenbogenhemd reicht aus, um vom Putin-Regime verfolgt zu werden: Ein oppositioneller Kommunalpolitiker wurde deswegen jetzt verurteilt.

Daniil Neonow ist wegen eines Regenbogenhemds verurteil worden (Bild: Telegram)
- 3. August 2026, 12:36h 2 Min.
Ein Bezirksgericht in Moskau hat vergangene Woche den 24-jährigen Lokalpolitiker Daniil Neonow zu zehn Tagen Arrest verurteilt. Grund für das Urteil war laut unabhängigen russischsprachigen Medien ein Foto in seinem Telegram-Kanal, auf dem er ein T-Shirt mit einem Regenbogen-Aufdruck und dem englischen Wort "Love" trug. Neonow bezeichnet sich in sozialen Medien selbst als "Femboy". Das Gericht ordnete zudem die Zerstörung des Kleidungsstücks an.
Die Staatsmacht hatte gegen den oppositionellen Kommunalpolitiker den Vorwurf erhoben, die Symbole extremistischer Organisationen zu zeigen. Hintergrund ist, dass Russland nach dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine die "internationale LGBT-Bewegung" als extremistische Organisation eingestuft hatte (queer.de berichtete). Seither verfolgen die Sicherheitsbehörden das öffentliche Zeigen von Regenbogensymbolen im Land systematisch.
Anwalt: Regenbogenfahne hat sechs Farben, das Hemd hatte sieben
Der Anwalt Neonows hatte vor Gericht erklärt, dass das Foto keine verbotene Symbolik zeige: Es enthalte nämlich sieben Farben des Regenbogens, während die verbotene Regenbogenfahne der queeren Community sechs Farben enthalte. Es gibt auch Berichte, dass Neonow in der Haft geschlagen und gewürgt worden sein soll und ihm zunächst der Zugang zu einem Anwalt verwehrt worden sein soll.
Neonow begründete seinen Aktivismus in sozialen Medien mit den Worten: "Ich bin hier, weil ich ein Russland will, in dem man man selbst sein, leben und keine Angst haben kann." Er wollte sich als Kandidat für ein Moskauer Stadtteilparlament bewerben – laut Berichten ist er nach der Verurteilung von der Kandidatur ausgeschlossen.
Der 24-Jährige steht der von den Behörden nicht anerkannten Partei Rasswet (Morgenröte) nahe. Sie vertritt eine demokratische Ausrichtung und wendet sich gegen den Krieg gegen die Ukraine. Gründerin Jekaterina Dunzowa wollte eigentlich 2024 bei den Präsidentschaftswahlen gegen Wladimir Putin antreten, wurde jedoch abgelehnt – wegen angeblich formaler Fehler in den Unterlagen. Später wurde sie von der Staatsmacht als "ausländische Agentin" eingestuft und ist seither regelmäßigen Schikanen und kurzzeitigen Festnahmen durch die Behörden ausgesetzt. (cw)















