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Regenbogenfahnenverbot

Hamburg Pride kritisiert Europa Passage

Ein offenbar kurzfristiges Regenbogenfahnenverbot in der Europa Passage sorgt weiter für Gesprächsstoff in der Hansestadt: Während die Shoppingmeile von einem "Missverständnis" spricht, fordert der CSD eine Entschuldigung – und Konsequenzen.


Die Europa Passage erhält viel Kritik für ihre Erklärung der Vorfälle (Bild: IMAGO / Manfred Segerer)

Am Rande des CSD Hamburg erschütterte am Wochenende viele queere Menschen die Nachricht, dass der Sicherheitsdienst des beliebten und zentral gelegenen Einkaufszentrum Europa Passage Menschen abgewiesen hat, weil sie eine Regenbogen­fahne mitführten (queer.de berichtete). Auch die Polizei musste eingreifen, auf Social Media gab es sogar weiterführende Anschuldigungen gegen die Security und Beamt*­innen. Inzwischen gibt es daran auch Kritik von den CSD-Organisator*­innen, während das Einkaufszentrum die Vorfälle herunterspielt.

Das Shopping-Center sprach gegenüber dem NDR von "Einzelfällen" und einem "Missverständnis". Mitarbeitende des Sicherheitsdienstes hätten "in einigen Fällen den Zutritt von Besuchern mit mitgeführten größeren Fahnen aus Sicherheitsgründen zunächst nicht zugelassen". Aber es habe keine Anweisung des Managements gegeben, Regenbogen­fahnen aus dem Zentrum zu verbannen. Man habe außerdem nach Bekanntwerden der Vorfälle "umgehend reagiert und intern nochmals klargestellt, dass es kein Verbot für das Mitführen von Fahnen und dergleichen im Center gibt".

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Europa Passage: Wir haben ja selbst Regenbogenfahnen gehisst

Auf Instagram betonte das Einkaufszentrum am Montag, dass die Europa Passage "für Offenheit, Vielfalt und ein diskriminierungs-freies Miteinander" stehe. "Als sichtbares Zeichen haben wir in der letzten Woche selbst Regenbogen Flaggen (sic) auf unserem Dach gehisst. Ein Verbot von Regenbogen Flaggen würde daher nicht zu unserem Selbstverständnis passen."

Dem CSD Hamburg reicht diese Erklärung nicht aus: "Die Europa Passage hat mittlerweile auf Instagram eine nichtssagende Erklärung gepostet. Kein Wort der Entschuldigung. Kein Wort zu einer Aufarbeitung und zu Konsequenzen. Stattdessen ein Hinweis auf die Regenbogenflaggen am Dach!", erklärte der Verein. "Was wir dazu sagen: Eine Regenbogenflagge auf einem Dach macht niemanden automatisch queerfreundlich! Wir fordern von der Europa Passage eine Entschuldigung an die Betroffenen, wir fordern Aufklärung und wir fordern eine Erklärung, wie ein solcher Vorfall in Zukunft verhindert werden soll! Ein einfaches 'weiter so' kann es nicht geben!"

Auch auf Instagram kritisieren viele die Reaktion des Einkaufszentrums. Eine Nutzerin merkte etwa an, dass der Europa Passage in der Mitteilung "ein kleiner Fehler unterlaufen" sei: "Ihr habt die letzten beiden Folien hochzuladen vergessen, wo drauf steht, dass den verantwortlichen Secus fristlos gekündigt wurde und ihr selbstverstädnlich, weil es euch so leid tut, sämtliche Umsätze des Tages an ein queeres Projekt spendet." (dk)

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