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Schleswig-Holstein

Regenbogen­fahnen verboten? Auch Probleme mit Security bei Wacken-Festival

Das Sicherheitspersonal beim Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air hatte teilweise Probleme mit Regenbogenfahnen. Die Veranstalter*innen betonen, dass man inzwischen reagiert habe.


Viele schafften es mit einer Regenbogenfahne und einer Anti-Nazi-Message ins Wacken Open Air – einige hatten aber Probleme mit offenbar homophobem Sicherheitspersonal (Bild: IMAGO / Dirk Jacobs)

Am Samstag gab es in Hamburg empörte Reaktionen, nachdem die Security des Einkaufszentrums Europa Passage während des CSD Besucher*­innen mit Regenbogen­fahnen abgewiesen hatte. Am Montag entschuldigte sich der Center-Manager (queer.de berichtete). Zeitgleich berichteten auch Teilnehmende des 75 Kilometer entfernten Musikfestivals Wacken Open Air davon, dass das Sicherheitspersonal bei der Heavy-Metal-Veranstaltung in dem schleswig-holsteinischen Dorf Probleme mit Regenbogen­fahnen gehabt hätte – ebenso wie mit Anti-AfD-Stickern. Die Veranstalter*­innen haben nun erklärt, dass dies inakzeptabel sei und man entsprechende Schritte einleite.

Mehrere Besucher*­innen des Festivals, das letzte Woche von Mittwoch bis Sonntag stattfand, hatten in sozialen Medien berichtet, dass einzelne Sicherheitskräfte sie an den Einlässen sowie auf dem Gelände aufgefordert hatten, Regenbogen­flaggen, Anti-AfD-Aufnäher ("Fuck AfD", "Kein Bock auf Nazis") oder andere gesellschaftspolitische Pins und Sticker abzunehmen, einzupacken oder zu verdecken. In Einzelfällen soll Besucher*­innen bei Weigerung mit Hausverbot gedroht worden sein. Die Berichte verbreiteten sich schnell in den sozialen Medien und stießen auf deutliche Kritik.

Diese Handlungen waren zu keinem Zeitpunkt in unserem Sinne

Auf Social Media weisen die Veranstalter*­innen nun Vorfwürfe zurück, dass sich queere Menschen auf dem Heavy-Metal-Festival nicht mehr wohlfühlen könnten: "An dieser Stelle ist es uns ein Anliegen, unsere klare Haltung zum Ausdruck zu bringen: Diese Handlungen waren zu keinem Zeitpunkt in unserem Sinne. Das Wacken Open Air steht für Weltoffenheit und Toleranz. Wir sind ein Ort der friedlichen Begegnung der Metal-Community und unterstützen die Meinungsfreiheit. Rechtsextremismus treten wir entschieden entgegen." In dem Posting wird aber nicht erklärt, wie es zu diesen Vorfällen kommen könnte, auch eine Entschuldigung wird nicht ausgesprochen.

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Es wird jedoch versichert, dass man das Thema ernst nehme und schon "ein Bündel von Maßnahmen" ergriffen habe, damit sich diese Situation nicht wiederhole. "Dazu haben wir intern ein unmissverständliches Statement abgegeben, intensive Aufklärungsschritte eingeleitet und unser Awareness-Team an Einlässen und Übergängen als unterstützende Ansprechpersonen eingebunden. Zudem verfolgen wir jeden konkreten Hinweis." Wer selbst Erfahrungen damit gemacht habe, könne sich unter headquarter@wacken.com melden.

Das Wacken Open Air gilt in Grundhaltung und Selbstdarstellung als queerfreundliches und inklusives Festival. Sichtbarkeit durch Regenbogenfahnen und Pride-Accessoires auf dem Campinggelände gehört seit Jahren zum gewohnten Bild. Letztes Jahr fand im gerade mal 2.100 Einwohner*innen zählenden Wacken, inspiriert vom Festival, der erste CSD statt – 350 Menschen nahmen teil (queer.de berichtete). Dieses Jahr findet am 19. September der zweite CSD Wacken statt. (cw)

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