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Fußball

Sepp Blatter setzt sich für lesbische Funktionärin als FIFA-Chefin ein

Könnte die FIFA erstmals von einer queeren Person geführt werden? Der frühere FIFA-Chef Sepp Blatter kann sich das vorstellen: Er macht sich für die norwegische Funktionärin Lise Klaveness stark.


Löst Lise Klaveness den umstrittenen Gianni Infantino ab? (Bild: IMAGO / NTB)

Der frühere FIFA-Chef Sepp Blatter setzt sich für die Präsidentin des norwegischen Fußballverbandes, Lise Klaveness, als neue Chefin des Weltfußballverbandes ein: "Lise Klaveness verdient den größten Respekt", schrieb der 90-Jährige am Dienstag auf X. "Sie war die Einzige, die immer klar Stellung bezogen hat und nicht mit dem Strom geschwommen ist. Und bei der FIFA ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt." Dabei nutzte er unter anderem den Hashtag #lise4president.

/ SeppBlatter
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Klaveness ist offen lesbisch und die erste Frau an der Spitze des norwegischen Fußballverbandes NFF. Sie gilt seit Jahren als eine der prominentesten Kritikerinnen der aktuellen FIFA-Führung um Gianni Infantino. Die 45-Jährige hatte bereits auf dem FIFA-Kongress 2022 in Katar für Aufsehen gesorgt, als sie in einer Grundsatzrede die Menschenrechtslage im Gastgeberland sowie die mangelnde Berücksichtigung von Frauen- und LGBTI-Rechten im internationalen Fußball offen anprangerte (queer.de berichtete). Seither positioniert sie sich regelmäßig für mehr Transparenz, Integrität und die Wahrung von Menschenrechten innerhalb des Weltfußballverbandes – und stellt damit einen Gegenpol zum derzeitigen Präsidenten Gianni Infantino dar.


Sepp Blatter war von 1998 bis 2016 Präsident des Weltfußballverbands FIFA (Bild: Marcello Casal Jr./ABr / wikipedia)

Sollte Klaveness offiziell als Kandidatin antreten, wäre sie die erste Frau sowie die erste offen queer lebende Person, die sich um das höchste Amt im Weltfußball bewirbt. Sie müsste bis Mitte November ihre Bewerbung einreichen, damit sie beim FIFA-Kongress am 18. März 2027 im marokkanischen Rabat als Kandidatin antreten kann.

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Infantino seit gescheitertem Investorendeal nicht mehr unschlagbar

Der gegenwärtige FIFA-Chef Gianni Infantino wollte sich eigentlich bei dem Kongress in Nordafrika wiederwählen lassen. Seit seiner gescheiterten Initiative um einen 20-Milliarden-Dollar-Deal, mit dem er Teile der FIFA-Veranstaltungen an private Investor*innen verkaufen wollte, ist der einst starke Mann des Weltfußballs aber ins Strudeln gekommen. Infantino gilt auch wegen seiner Nähe zu US-Präsident Donald Trump als umstritten.

Klaveness spielte zwischen 2002 und 2011 insgesamt 73 Mal für das norwegische Nationalteam. Ihr größter internationaler Erfolg war der zweite Platz bei der Europameisterschaft 2005 – die Norwegerinnen unterlagen damals dem deutschen Team im Finale mit 1:3. Später war sie als Fußballkommentatorin für das norwegische Fernsehen tätig, bevor sie am im Frühjahr 2022 als erste Frau zur Chefin des norwegischen Fußballverbandes gewählt wurde. Privat ist sie seit Jahren mit Fußballerkollegin Ingrid Camilla Fosse Sæthre verheiratet, mit der sie drei Kinder großzieht. (dk)

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