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Abgeordnetenhauswahl

Gut so? SPD kontert Evers-Wahlplakat mit Unterstützung von Altbürgermeister Wowereit

Bei einem neuen Wahlplakat hat sich CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers bei der SPD bedient. Die will das nicht auf sich sitzen lassen.


Kann jemand den Ladendetektiv alarmieren? Die SPD klaut einen CDU-Satz, den vorher die CDU von der SPD geklaut hatte (Bild: X / Steffen Krach)

Mit seinem neuen Wahlplakat hat der offen schwule CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers offensichtlich ein Nerv getroffen. "Ich bin konservativ. Und das ist auch gut so", verkündet er seit Mittwoch auf einem riesigen Plakat an der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin-Tiergarten (queer.de berichtete). Und bedient sich dabei sprachlich bei der Konkurrenz von der SPD.


Was ist jetzt eigentlich gut so? (Bild: CDU Berlin)

Deren späterer Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hatte im Juni 2001 auf einem Parteitag erklärt: "Ich bin schwul, und das ist auch gut so." Diese neun Worte zählen zu den bekanntesten deutschen Politikersprüchen dieses Jahrhunderts.

Die Sozialdemokrat*innen wollen den Spruch-Klau nicht auf sich sitzen lassen. Spitzenkandidat Steffen Krach postete daher am Donnerstagmittag bei X im Stile eines Wahlplakats: "Berlin ist nicht konservativ. Und das ist auch gut so." Abgebildet ist er in dem Posting gemeinsam mit Klaus Wowereit.

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Wowereit: Ob Konservativsein gut ist, "sei dahingestellt"

Wowereit hatte bereits am Mittwoch gelassen auf die Übernahme seines berühmten Satzes reagiert: "Dass Stefan Evers konservativ ist, das wissen wir", sagte er dem "Tagesspiegel". "Ob das auch gut ist, sei dahingestellt." Er stelle sich aber die Frage, wen Evers damit erreichen will. Offenbar ist er aber überzeugt, dass der neue Satz mögliche SPD-Wähler*innen überzeugen könnte.

Was für die Wähler*innen gut so ist, wird sich bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September zeigen. Für die SPD könnte es schwierig werden: Sie liegt laut einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "Tagesspiegel" mit zwölf Prozent gerade einmal auf dem fünften Platz. Stärkste Partei könnte demnach erstmals Die Linke werden (21 Prozent), gefolgt von der CDU (19 Prozent). Die rechtsextreme AfD käme auf die symbolträchtige Zahl 18 Prozent. Die Grünen könnten den Daten zufolge auf 17 Prozent Zustimmung hoffen. FDP und BSW würden mit je drei Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen. (dpa/dk)

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