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"Freiheit von Forschung und Lehre ist ein Grundrecht"

Uni Düsseldorf reagiert auf Kritik an transfeindlicher Lesung

Die Heinrich-Heine-Universität betont, dass sie auf der einen Seite die Freiheit der Lehre schützen, auf der anderen Seite trans Menschen nicht diskriminieren wolle. An dieser Haltung gibt es Kritik.


Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wurde 1965 gegründet (Bild: IMAGO / Schöning)

Die Hochschulleitung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat auf Social Media auf Kritik am Auftritt der Psychologieprofessorin Ute Johanna Bayen reagiert. Dabei stellte sie heraus, dass die Freiheit der Lehre nicht durch eine Entscheidung "von oben" behindert werden dürfe, gleichzeitig habe aber auch die Diskriminierung queerer Menschen an der Uni "keinen Platz".

Hintergrund ist eine Vorlesung vom letzten Monat, bei der die Professorin trans Identität infrage stellte. In der Einladung hatte sie behauptet: "Trans-Ideologie ist wissenschaftlich nicht haltbar, verbreitet falsche Vorstellungen über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und gefährdet diese Entwicklung. Das werde ich in dieser Vorlesung erklären." Gegen das Event protestierten 500 Menschen (queer.de berichtete).

"Die Freiheit von Forschung und Lehre ist ein Grundrecht, das zu den tragenden Säulen unserer demokratischen Ordnung zählt", teilte die Universität mit. "Aus dieser Verantwortung heraus wird das Rektorat der Heinrich-Heine-Universität wissenschaftliche Positionen nicht zensieren." Ob einzelne Inhalte den Maßstäben guter wissenschaftlicher Praxis und dem aktuellen Forschungsstand genügten, sei vorrangig im wissenschaftlichen Diskurs zu klären, jedoch nicht, "durch eine Entscheidung 'von oben'". Diesem Diskurs wolle die Uni Raum geben.

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Uni ein Ort, "an dem alle Menschen willkommen sind"

Gleichzeitig sei die Hochschule ein Ort, "an dem alle Menschen willkommen sind, unabhängig von Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder anderen persönlichen Merkmalen". Wie sich das mit einer Lesung vereinbaren lasse, in dem eine bestimmte queere Minderheit als "Ideologie" diffamiert wird, sagte die Unileitung nicht. Sie erklärte lediglich: "Diskriminierung, gleich in welcher Form, hat an unserer Universität keinen Platz. Mit Heinrich Heine trägt unsere Hochschule dabei einen Namenspatron, der wie kaum ein anderer für Weltoffenheit, Freiheitsliebe und die Verteidigung der Menschenwürde gegen Ausgrenzung stand – Werte, denen wir uns bis heute eng verbunden fühlen."

SDS: "Unwissenschaftliche Vorlesung" beschämend

An der Stellungnahme gab es Kritik, etwa vom Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband (SDS). Dieser hatte nach Bekanntwerden der Lesung zunächst die Entlassung der seit 2007 an der Düsseldorfer Uni beschäftigten Professorin verlangt (queer.de berichtete).

"Eine unwissenschaftliche Vorlesung, die keinen objektiven Blick auf das Thema wirft, sondern eine höchst selektive Quellenauswahl basierend auf der ideologischen Ausrichtung der Professorin trifft und teilweise einfach Falschaussagen verbreitet, kann man nicht mit dem Argument der Wissenschaftsfreiheit verteidigen", so der SDS. "Wenn das der Standard der Lehre an unserer Universität sein soll, ist das wirklich nur beschämend."

Auch in anderen Kommentaren wird die Unileitung für ihre Stellungnahme kritisiert. Ein Dozent schrieb etwa: "Die Freiheit von Forschung und Lehre endet da, wo sie für Diskriminierung und andere Schädigungen missbraucht wird. [...] Es ist bemerkenswert wie das Rektorat anscheinend die Forschung über die Würde von trans Menschen stellen möchte." (cw)

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