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Kino, Karriere und ein Geheimnis aus Süditalien
Das gelungene Romandebüt von Angelina Maccarone
Mit leichter, klarer Erzählstimme und lakonischem Humor zeichnet Angelina Maccarone in "Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in" das Porträt einer lesbischen Regisseurin, die zwischen Krisen und Selbstzweifeln ihren Weg sucht.

Angelina Maccarone unterrichtete bis 2025 Regie an der Filmuniversität Babelsberg (Bild: Nane Diehl)
- 8. August 2026, 10:20h 2 Min.
Eine lesbische Regisseurin auf der Suche nach Geldgeber*innen für ihren nächsten Film, ein Vater, dessen Tod alte Fragen aufwirft, und eine Liebe, die plötzlich ins Wanken gerät: Angelina Maccarone erzählt in ihrem Romandebüt von einer Frau zwischen Filmwelt und Familiengeschichte.
Giuseppina Rigatoni ist Mitte fünfzig und unterrichtet Regie an der Filmuniversität. Ihr größter Wunsch: endlich wieder selbst einen Kinofilm drehen. Dafür muss sie Funktionär*innen und Filmstars umgarnen, reist nach London, Paris und Venedig und lächelt auf Partys tapfer gegen den inneren Zweifelchor an, der ihr ständig einredet, sie sei ein Hochstapler in der eigenen Branche.
Ein Vater, ein Dorf, viele offene Fragen

"Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in" ist als gebundenes Buch erschienen
Dann stirbt ihr Vater, einer der ersten sogenannten Gastarbeiter, die nach Deutschland kamen, und Giuseppina wird nach Jahren der Verdrängung unvermittelt mit ihrer Familiengeschichte konfrontiert. In seinem süditalienischen Bergdorf kämpft sie, ohne die Sprache zu beherrschen, mit der Bürokratie, während im Hintergrund weiterhin die Finanzierung ihres Films auf der Kippe steht. Halt findet sie bei Anouk, ihrer Partnerin und ihrem Zuhause. Nur eine Frage nagt an ihr: Warum trifft sich Anouk in letzter Zeit so oft mit dieser Melanie?
Mit leichter, klarer Erzählstimme und lakonischem Humor zeichnet Maccarone das Porträt einer Frau, die zwischen Krisen und Selbstzweifeln ihren Weg sucht, und gewährt dabei nebenbei Einblicke in eine Filmbranche, die von außen so viel glamouröser wirkt, als sie sich von innen anfühlt.
Angelina Maccarone schrieb zunächst Songtexte, unter anderem für Udo Lindenberg, bevor sie sich als Drehbuchautorin und Regisseurin einen Namen machte. Ihr lesbisches Filmdebüt "Kommt Mausi raus?!" entstand 1994 aus einem prämierten Treatment, für "Klandestin" (2025) erhielt sie die Goldene Lola für das beste unverfilmte Drehbuch. Die queere Filmemacherin inszenierte drei "Tatorte" und einen "Polizeiruf", ihr Dokumentarfilm "The Look" über Charlotte Rampling war 2012 für den Deutschen Filmpreis nominiert. Mit Hape Kerkeling und Angelo Colagrossi entstanden Film und Buch "Ein Mann, ein Fjord", mit Carolin Emcke die Kampagne "Tolerant? Sind wir selber". Von 2014 bis 2025 lehrte Maccarone als Professorin für Regie an der Filmuniversität Babelsberg. "Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in" (Amazon-Affiliate-Link ) ist ihr erster Roman. (dd/pm)
Angelina Maccarone: Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in. 248 Seiten. Verbrecher Verlag. Berlin 2026. Gebundene Ausgabe: 25 € (ISBN: 978-3-95732-655-3).
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