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"Es fühlt sich sehr falsch an!"
Bella Ramsey spricht über Scham, eine Wohnung in London zu besitzen
Bella Ramsey schämt sich dafür, so viel Geld zu verdienen. In einem Interview spricht der nichtbinäre "The Last of Us"-Star über frühen Erfolg in TV-Serien.

Bella Ramsey als Ellie in "The Last of Us"
- 10. August 2026, 13:30h 3 Min.
Mit gerade einmal 22 Jahren blickt Bella Ramsey bereits auf eine zehnjährige Karriere vor der Kamera zurück. Bekannt geworden als die unerschütterliche Lyanna Mormont in "Game of Thrones", gefeiert in der Gefängnis-Mini-Serie "Time" und endgültig zum Weltstar avanciert als Ellie in HBOs "The Last of Us", zeigt der in Nottingham geborene nichtbinäre Schauspielstar im aktuellen "Guardian"-Interview beschämt über den eigenen finanziellen Erfolg.
Durch die jahrelange Arbeit vor der Kamera konnte sich Ramsey mit 22 Jahren eine eigene kleine Zweizimmerwohnung am Rande eines Londoner Parks kaufen – ein Meilenstein, der für die meisten Gleichaltrigen in der aktuellen Wirtschaftslage unerreichbar ist. Anstatt diesen Erfolg stolz zur Schau zu stellen, empfindet Ramsey Beklemmung und Unbehagen über die gesellschaftliche Ungerechtigkeit: "Es fühlt sich sehr falsch an! Man soll so etwas nicht tun, bevor man älter ist."
Ramsey rechnet im Gespräch vor, dass zehn Jahre Arbeit in der Schauspielbranche ab dem elften Lebensjahr zwar mathematisch vergleichbar mit einem Berufseinstieg mit 21 und einem Hauskauf mit 31 seien, die Realität sich jedoch völlig entkoppelt anfühle: "Ein Haus zu kaufen ist heutzutage unmöglich. Der einzige Grund, warum ich es tun konnte, ist, dass ich in dieser Branche gelandet bin, die den Leuten zu viel Geld bezahlt… Es fühlt sich einfach wie ein Fehler im System an. Es ist mir so peinlich."
Das Bedürfnis nach Rückzug und die Angst zu "verschmelzen"
Das Alleinleben in der neuen Wohnung ist für Ramsey kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für die mentale Gesundheit und das Abstecken der eigenen Identitätsgrenzen. Ramsey beschreibt eine ausgeprägte Empathie, die fast bis zum Verlust des eigenen Selbstgefühls führt, wenn andere Menschen im Raum sind: "Sonst werde ich gewissermaßen fast weniger zu einer Person. Ich werde auf gewisse Weise zu der Person, die um mich herum ist. Ich verschmelze einfach mit den Menschen in meiner Nähe."
Über das Alleinsein im eigenen Zuhause sagt Ramsey erleichtert: "Es ist wirklich schön, nach Hause kommen zu können und einfach ich zu sein, ohne mir Sorgen machen zu müssen, wie sich irgendjemand anderes fühlt."
Autismus und das Gefühl, nirgends hineinzupassen
Ramsey hat sich in der Vergangenheit oft als Außenseiter*in gefühlt. Während der Dreharbeiten zur ersten Staffel von "The Last of Us" erhielt Ramsey eine formelle Diagnose als autistisch, die der TV-Star letztes Jahr öffentlicht machte (queer.de berichtete).
Im Interview beschreibt Ramsey, wie schwer es in der Schulzeit war, eine Verbindung zu Gleichaltrigen aufzubauen: "Ich habe mich immer leicht abseits gefühlt, gleichzeitig zu alt und zu jung." Und weiter: "Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich zu niemandem Zugang hatte oder dass niemand Zugang zu mir hatte. Ich fühlte mich einfach ein bisschen merkwürdig."
Zum ersten Mal seit Längerem spielte Ramsey in der Sommerkomödie Film "Sunny Dancer" wieder an der Seite von Gleichaltrigen. Vor den Dreharbeiten für den Film, der diesen Donnerstag in Deutschland in die Kinos kommt, hatte Ramsey große Angst, nicht dazuzugehören: "Ich war so nervös, dass ich am Rand stehen würde, dass sie sich alle super verstehen und ich die Außenseiterin sein würde." Die Dreharbeiten hätten sich jedoch letztlich wie ein befreiendes Sommercamp angefühlt. (cw)
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