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Regenbogenfamilie

Jens Spahn kehrt mit Familie nach Deutschland zurück

Der CDU-Politiker Jens Spahn ist mit seinem Mann und seinem neugeborenen Sohn nach Deutschland zurückgekehrt.


Familienmann Spahn und Politiker Spahn: Der CDU-Politiker konnte in seiner nicht gerade als queerfreundlich geltenden Partei beide Rollen nicht unter einen Hut bringen (Bild: Instagram / daniel_f_punkt,Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann)

Der frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist am Samstag laut der "Bild"-Zeitung mit seinem Ehemann Daniel Funke und seinem neugeborenen Kind Georg aus den USA zurückgekehrt. Das Paar flog mit einem United-Airlines-Flug von Newark in der Nähe von New York City nach Berlin. Das Trio kam am Nachmittag kurz vor 16 Uhr in der Bundeshauptstadt an – mit fast neun Stunden Verspätung.

Sohn Georg ist damit zum ersten Mal in Deutschland. Nach seiner Geburt habe die Familie Spahn einige Zeit in den USA verbracht, laut "Bild" zuletzt in den Hamptons, also im wohlhabenden östlichen Ende der Insel Long Island in der Nähe von New York City.

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Spahn hat Job als Fraktionschef wegen Vaterschaft verloren

Spahn hatte Mitte Juli bekanntgegeben, dass er und sein Mann Väter geworden seien (queer.de berichtete). Das Kind stammt von einer amerikanischen Leihmutter. Dies führte insbesondere innerhalb der CDU zu scharfer Kritik, auch weil sich Spahn zuvor öffentlich gegen die Legalisierung von Leihmutterschaften in Deutschland ausgesprochen hatte (Zitat 2015: "Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden"). Wegen anhaltender Kritik trat Spahn drei Tage nach Bekanntgabe der Geburt zurück (queer.de berichtete). Er ist damit lediglich einfacher Bundestagsabgeordneter.

Unklar ist, ob wirklich die Ablehnung von Leihmutterschaft oder doch Homosexuellenfeindlichkeit innerhalb der CDU zur scharfen Reaktion beigetragen hat. Die Kölner Rechtsphilosophin Frauke Rostalski erklärte etwa, sie sei über die Rücktrittsforderungen aus der CDU "empört" gewesen, weil Spahn zuvor "einen Skandal an den anderen gereiht" habe, ohne dass dies in seiner Partei zu Rücktrittsforderungen geführt habe (queer.de berichtete).

Schwuler Drogenbeauftragter darf trotz ähnlicher Situation Job behalten

Bereits Mitte April berichtete der offen schwule Bonner Bundestagsabgeordnete und Drogenbeauftragte Hendrik Streeck, das er und sein Mann Vater eines Kindes aus den USA geworden seien – offenbar auch mit Hilfe von Leihmutterschaft (queer.de berichtete). Wie gegen Spahn hatte sich auch gegen Streeck damals eine Welle des Hasses ergossen (queer.de berichtete). Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigte aber nach dem Rücktritt von Spahn, dass Streeck keine Konsequenzen fürchten müsse, denn: "Herr Streeck hat keine politischen Forderungen vertreten, die seiner persönlichen Lebensführung entgegenstehen" (queer.de berichtete).

Eine Debatte um die Legalisierung von Leihmutterschaften würgte die CDU sofort ab: Eine Parteisprecherin erklärte, man werde am Verbot der Praxis in Deutschland festhalten (queer.de berichtete). Im Ausland beauftragte Leihmutterschaften werden aber in der Regel in Deutschland anerkannt. Aus der Union kamen nur vereinzelt Forderungen nach einer Reform. So schlug etwa Sönke Siegmann, der Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), vor, über eine Legalisierung von altruistischer Leihmutterschaft nachzudenken (queer.de berichtete). (dk)

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