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Auch Altersgrenze angehoben

Gastgeber eines ESC darf künftig kein Konflikt-Land mehr sein

Der ESC ändert seine Regeln: Künftig müssen Acts mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem darf der Musikwettbewerb nicht mehr in instabilen Ländern ausgetragen werden.


Noam Bettan belegte dieses Jahr beim Eurovision Song Contest für Israel Platz zwei (Bild: EBU / Sarah Louise Bennett)

Der Eurovision Song Contest (ESC) soll künftig nur in Ländern mit stabiler Sicherheitslage stattfinden. Das legt das neue Regelwerk der Europäischen Rundfunkunion (EBU) fest. Wie der Verband öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten am Mittwoch mitteilte, komme das Siegerland nicht mehr als Gastgeber infrage, "falls ein bewaffneter Konflikt, eine heikle geopolitische Lage oder eine sonstige Situation die Sicherheit oder Stabilität des betreffenden Staates oder der unmittelbaren Region erheblich beeinträchtigt".

Bei Bedarf könne die EBU eine unabhängige Sicherheitsbewertung der Region des Gewinners in Auftrag geben. Sollte die Nation des ESC-Siegers als nicht geeignet für die Ausrichtung eingestuft werden, werde die EBU einen alternativen gastgebenden Rundfunksender bestimmen, teilte der Verband mit. Die Organisation nennt kein konkretes Beispiel, allerdings belegte Israel beim diesjährigen ESC in Wien Platz zwei. Beim Gewinn des Song Contests wäre Israel das nächste Gastgeberland gewesen (queer.de berichtete).

Der israelische Sender KAN betonte, dass man weiterhin fest vorhabe, am Songcontest teilzunehmen und das Ziel bleibe, hervorragende Musik auf die europäische Bühne zu bringen. Hinter den Kulissen gibt es jedoch Unmut darüber, dass Israel durch die neue Klausel de facto als Gastgeber dauerhaft ausgeschlossen werden könnte, solange die geopolitische Lage in Nahost bestehen bleibt. Israelische Medien führen die Änderungen auf den Druck israelfeindlicher Teilnehmerländer zurück. Hintergrund ist, dass mehrere Rundfunkanstalten, darunter Spanien, Irland und die Niederlande, dieses Jahr wegen der Teilnahme Israels den Wettbewerb boykottiert hatten (queer.de berichtete). Zugleich war bereits der Wettbewerb 2023 nach dem Sieg der Ukraine im Vorjahr aus Sicherheitsgründen nicht im vom Russland überfallenen Land, sondern in Großbritannien ausgetragen worden.

Höheres Mindestalter

Mit den neuen Regeln wird zudem das Mindestalter der Künstler und Künstlerinnen, die beim ESC antreten, von 16 auf 18 Jahre erhöht. Damit sollen besonders junge Menschen nicht mehr dem Druck des Wettbewerbs ausgesetzt sein.

Die Altersuntergrenze von 16 Jahren gibt es seit 1990. Grund waren Auftritte extrem junger Künstler*innen beim ESC 1989 in Lausanne – nämlich der 11-jährigen Nathalie Pâque für Frankreich und des 12-jährige Gili Netanel für Israel. 1988 hatte Deutschland die damals 13-jährige Maxi Garden mit ihrer Mutter den Ralph-Siegel-Song "Lied für einen Freund" vortragen lassen. Bereits zwei Jahre zuvor gewann die Belgierin Sandra Kim den ESC mit dem Song "J'aime la vie". Im Song sang sie zwar "Moi j'ai 15 ans" (Ich bin 15 Jahre alt), im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass sie erst 13 war.

Beim Gesang legt die EBU noch einmal fest, dass Auftritte des Frontsängers oder der Frontsängerin live sein müssen und nicht durch vorproduzierte Stimmen unterstützt werden dürfen. "Diese Präzisierung soll die Integrität jedes Auftritts wahren und sicherstellen, dass das Publikum bei jedem vorgetragenen Lied den Lead-Gesang live hört", teilte die EBU mit.

ESC-Direktor Martin Green sagte zu den Änderungen, der Wettbewerb entwickle sich stets weiter. Die jährliche Überprüfung des Regelwerks sei ein wichtiger Schritt, damit der Wettbewerb für alle Beteiligten fair und transparent bleibe. Nach dem Sieg der Sängerin Dara 2026 findet der nächste Song Contest in Bulgarien statt. (dpa/dk)

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