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"Sehr liebenswert"

Woelki lobt Kerkeling

Der wohl queerfeindlichste Bischof Deutschlands freut sich, in einem Hape-Kerkeling-Film aufzutauchen – und lobt den offen schwulen Entertainer.


Eigentlich hält der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Schwule in einer Beziehung nicht einmal für segnungswürdig – Hape Kerkeling kann er aber offenbar gut leiden (Bild: Erzbistum Köln, WDR / Florianfilm GmbH)

Der wegen seiner Queerfeindlichkeit berüchtigte Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur positiv über den schwulen Entertainer Hape Kerkeling geäußert. Hintergrund war, dass Kerkeling den katholischen Erzbischof von Köln für seinen Ende März erschienen Film "Horst Schlämmer sucht das Glück" interviewt hatte (siehe queer.de-Rezension).

"Ich habe Herrn Kerkeling bei diesem Dreh und beim Vorgespräch als einen sehr feinen, sensiblen Menschen kennengelernt, und das hat mich sehr berührt", sagte Woelki. "Was mir auch gefallen hat, ist, dass er die Kirche und ihre unterschiedlichen Typen mit einem feinen Humor parodiert, ohne dabei aber den Glauben lächerlich zu machen. Das fand ich sehr respektvoll."

Woelki fuhr fort, er habe sich darüber gefreut, dass Kerkeling sich im Anschluss so nett über ihn geäußert habe – "obwohl er mit Sicherheit nicht alle meine kirchenpolitischen Positionen teilt. Auch das finde ich sehr liebenswert."

Kerkeling hatte nach dem Dreh erklärt, er sei "sehr erstaunt" gewesen, dass Woelki die Rolle überhaupt zugesagt hatte. Im Domradio betonte Kerkeling, dass Woelki für ihn einfach ins Bild gehöre, da Horst Schlämmer Rheinländer sei und die rheinische Identität untrennbar mit dem Katholizismus verwoben sei.

Woelki: Gegen Homosexuellen-Segnung und Regenbogensymbole

Woelki gilt als einer der queerfeindlichsten deutschen Bischöfe. So setzte sein Bistum etwa den Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz zur Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht um (queer.de berichtete). Der Grund: Aus seiner Sicht widersprechen homosexuelle Partnerschaften dem göttlichen Schöpfungsplan. Übrigens: Mit der Segnung von Tieren oder gar Autos hat Woelki kein Problem.

Letztes Jahr gab es auch Berichte über mehrere Schikanen Woelkis gegen die Akzeptanz von Homosexuellen – dabei hat Woelki offenbar insbesondere einen Hass auf das Regenbogensymbol: So erteilte eine öffentlich geförderte Schule seines Erzbistums in Köln bei ihrer Einweihung ein pauschales Regenbogenverbot für Teilnehmende (queer.de berichtete). Ein Lehrer, der in einem – ebenfalls öffentlich geförderten – katholischen Gymnasium einen Hoodie in Regenbogenfarben getragen haben soll, sei von Vorgesetzten laut Medienberichten heftig unter Druck gesetzt worden (queer.de berichtete). (dpa/cw)

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