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Profisport
Olympia-Hoffnung Leo Dillier outet sich in emotionalem Video
Der Schweizer Beachvolleyball-Profi Leo Dillier hat sich in einem Instagram-Video als schwul geoutet. Der 25-Jährige will mit seinem Schritt jungen Sportler*innen Mut machen und spricht offen über die Hürden im Spitzensport.

Leo Dillier will sich nicht weiter verstecken (Bild: IMAGO / Icon Sportswire / David Kirouac)
- 15. August 2026, 08:15h 3 Min.
Der Schweizer Beachvolleyball-Profi Leo Dillier hat sich öffentlich als schwul geoutet. In einem am Freitag veröffentlichten, gut dreiminütigen Video auf Instagram spricht der 25-Jährige darüber, warum ihm dieser Schritt lange schwerfiel und weshalb er ihn gerade jetzt macht. "Hallo, ich bin Leo, ich bin Beachvolleyball-Profi und möchte mich heute outen", beginnt Dillier das Video.
Der gebürtige Aargauer zählt seit Jahren zu den besten Beachvolleyballern der Schweiz und wurde 2022 Schweizer Meister. Er strebt eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 an. Erst am Vortag war für ihn und seinen Partner Luc Flückiger die Beachvolleyball-Europameisterschaft in Polen zu Ende gegangen, bei der sie die Sechzehntelfinals erreichten. Auf der Tour spielt Dillier üblicherweise an der Seite von Marco Krattiger.
"Schwulsein wird oft mit einer Schwäche gleichgesetzt"
"Es ist ein Thema, das mich mein ganzes Leben beschäftigt. Im Spitzensport ist es noch immer schwer, sich zu outen", sagt Dillier in dem Video. Er habe sich lange nicht in das Bild gefügt, das im Leistungssport von Athlet*innen erwartet werde: "Es gibt in diesem Konstrukt Spitzensport weder links noch rechts – so muss ein Athlet sein, damit er performen kann. Das hat mir sehr zu schaffen gemacht, weil ich nicht ganz reinpasste, weil ich ein bisschen anders war."
Zudem thematisiert der Beachvolleyballer eine abwertende Haltung gegenüber Homosexualität im Spitzensport, insbesondere bei den Männern: "Schwulsein wird oft mit einer Schwäche gleichgesetzt." Das habe ihn dazu gebracht, sich immer wieder zu verstecken. "Ich brauchte lange, bis ich akzeptierte, dass ich anders bin und dass ich so lieben darf, wie ich möchte", so Dillier weiter.
"Ich hoffe, dass ich heute andere Menschen inspirieren kann"
Mit seinem Coming-out will der Sportler vor allem jüngeren Athlet*innen ein Vorbild sein, das ihm selbst gefehlt habe. "Wenn ich an meine Zeit vor rund zehn Jahren zurückdenke – ich war 15 und habe extrem damit gekämpft -, hätte ich mir so gewünscht, ein Vorbild im Spitzensport zu haben, mit dem ich mich identifizieren kann. Das gab es damals nicht. Ich hoffe, dass ich heute andere Menschen inspirieren kann", erklärt Dillier.
Der 25-Jährige verweist zudem auf die Situation von queeren Menschen in anderen Ländern, in denen er bereits an Turnieren teilgenommen hat. Dort werde Homosexualität teils nicht nur gesellschaftlich tabuisiert, sondern auch strafrechtlich verfolgt – bis hin zur Todesstrafe. Er wolle sich künftig stärker damit auseinandersetzen, wo Homosexualität für ihn gefährlich werden könnte, sagt Dillier. In der Schweiz sieht er sich rechtlich privilegiert.
Unter Dilliers Instagram-Beitrag gratulierten zahlreiche Kolleg*innen zu seinem Schritt. Volleyball-Trainer Lucian Hofstetter schrieb: "Du bist sowas von gut genug. Dass du in dem Zusammenhang heutzutage noch von 'Mut' sprechen musst, ist das eigentliche Problem." (cw)














