https://queer.de/?59200
"'Nein' zur Finanzierung von Transfeindlichkeit"
Wegen Transphobie: Queere Regisseurinnen erteilen "Harry Potter"-Serie eine Absage
Einige Schauspieler*innen kritisieren zwar die Queerfeindlichkeit von J.K. Rowling, machen aber trotzdem bei ihrer "Harry Potter"-Neuverfilmung mit. Ally Pankiw und Kate Herron haben dagegen mehr Rückgrat.

Ally Pankiw (li.) und Kate Herron (Mitte) wollen nicht bei "Harry Potter" mitwirken und damit Trans-Hasserin J.K. Rowling noch reicher machen (Bild: Patrick.suechan / wikipedia, Walt Disney Television / flickr, Executive Office of the President)
- 17. August 2026, 14:33h 3 Min.
Die kanadische Filmemacherin Ally Pankiw und die britische Regisseurin Kate Herron zeigen Haltung: Beide haben Angebote abgelehnt, für die geplante "Harry Potter"-Serie von HBO Max Regie zu führen. Grund ist die anhaltende Transfeindlichkeit von Buchautorin J.K. Rowling, die in der Serie auch als ausführende Produzentin mitwirkt.
Ally Pankiw berichtete davon auf Instagram. Pankiw führte unter anderem Regie bei Folgen von "Black Mirror" oder "The Great" oder schrieb Drehbücher für "Schitt's Creek". Die queere Regisseurin teilte den Screenshot eines Chatverlaufs mit ihrer Agentur. Auf die vorsichtige Anfrage, ob das Projekt "Harry Potter" für sie ein definitives Ausschlusskriterium sei, antwortete Pankiw unmissverständlich mit "absolutely fucking not!", also einem sehr deutlichen Nein zur Regieübernahme. Zudem verdeutlichte sie ihre Haltung mit den Worten: "Es ist schlichtweg so einfach, 'Nein' zur Finanzierung von Transfeindlichkeit zu sagen!"
Zuspruch aus der Branche: Kate Herron lehnte gleich zweimal ab
In den Kommentaren erhielt Pankiw prominente Unterstützung von Kollegin Kate Herron, die etwa Regie bei "Sex Education" oder "The Last of Us" führte. Herron machte öffentlich, dass auch sie für das Prestigeprojekt angefragt worden sei: "Sie haben mich zweimal gefragt und ich musste erklären, dass sich meine Antwort niemals von einem Nein wegbewegen wird." Pankiw lobte daraufhin Herrons Entschlossenheit und betonte, wie schwer ein solches wiederholtes Nein bei einem Franchise dieser Größenordnung wiege.
Die geplante Serien-Adaption von HBO steht in der queeren Community sowie weiten Teilen der Filmbranche seit ihrer Ankündigung in der Kritik. Da J.K. Rowling als ausführende Produzentin direkt involviert ist und finanziell profitiert, sehen viele Kreative und Fans eine Beteiligung als ethisch untragbar an.
Nick Frost: "Sie hat das Recht auf ihre Meinung und ich auf meine"
Einige gecastete Schauspieler*innen betonten zwar öffentlich, nicht mit Rowlings transfeindlichen Positionen übereinzustimmen – dies reichte aber offenbar nicht aus, um auf einen Gehaltscheck zu verzichten. Nick Frost, der Rubeus Hagrid spielt, erklärte etwa: "Sie hat das Recht auf ihre Meinung und ich auf meine. Sie stimmen schlicht in keiner Weise, Form oder Gestalt überein." John Lithgow (Albus Dumbledore) nannte Rowlings Standpunkte "ironisch und gewissermaßen unerklärlich", da die Welt von Harry Potter im Kern von Akzeptanz und Empathie handle. Zuletzt erklärte Bel Powley, die Harry Potters grimmige Tante Petunia Dursley spielen soll: "Ich lehne J.K. Rowlings Ansichten zum Thema Geschlecht entschieden ab" (queer.de berichtete).
J. K. Rowling hatte in den letzten Jahren die Existenz von trans Menschen immer wieder angezweifelt und trans Frauen etwa als "Männer" oder "Verbrecher" verunglimpft. Letztes Jahr rief sie zum Boykott einer britischen Kaufhauskette auf, weil diese trans Menschen beschäftigt (queer.de berichtete). Dabei verbreitet Rowling auch immer wieder weitere Fakenews über trans Menschen – etwa, dass die Nazis nie Bücher über die trans Identität verbrannt hätten (queer.de berichtete). Zudem fördert die Dollarmilliardärin Kampagnen, mit denen insbesondere die Rechte von trans Frauen eingeschränkt werden sollen. (dk)
Mehr queere Kultur:
» auf sissymag.de
02:20h, ZDF:
Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll
Die Filmbiografie beruht auf dem bewegten Leben des Starpianisten Liberace und dessen Beziehung zu seinem Lebensgefährten Scott Thorson.
Spielfilm, USA 2013- 3 weitere TV-Tipps »















