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Interview mit britischer Zeitung

Gillian Anderson erzählt von heimlicher Beziehung mit Frau in ihrer Schulzeit

In einem Interview erzählt US-Schauspielerin Gillian Anderson, wie sie im konservativen Milieu aufgewachsen sei – und trotzdem eine "verbotene" Beziehung mit einer Mitschülerin geführt habe.


Gillian Anderson spielte in "Sex Education" die Sexualtherapeutin Dr. Jean Milburn (Bild: Netflix)

Die amerikanische Schauspielerin Gillian Anderson ("Akte X", "Sex Education") hat in einem Interview mit der britischen "Sunday Times" (Bezahlartikel) offen über ihre Jugend, Beziehungen zu Frauen und die Schwierigkeit gesprochen, starre Schubladen für die eigene sexuelle Orientierung zu finden.

Rückblickend auf ihre Highschool-Zeit in den frühen Achtzigerjahren in Grand Rapids (US-Bundesstaat Michigan) berichtete die 58-Jährige von einer heimlichen Beziehung zu einer Mitschülerin. In dem konservativen Umfeld, in dem sie sich damals bewegte, sei an ein offenes Ausleben nicht zu denken gewesen: "Es fühlte sich geheim und verboten und falsch an, und wir mussten es verheimlichen." Die Beziehung hinterließ auch später Spuren: Ein nachfolgender Freund trennte sich von ihr, nachdem er von der Liaison mit der Frau erfahren hatte.

Ohnehin sei sie in ihrer Jugend angeeckt: "Ich war ein Punk in einer konservativen Stadt", erklärte sie. Bereits zuvor hatte sie davon gesprochen, wie sie Nasenring trug, ihre Haare färbte und Punkrock hörte. Anderson war außerdem im Jahrbuch ihrer Highschool zur Person gewählt worden, die "am wahrscheinlichsten verhaftet wird" – was am Abschlussabend auch prompt geschah, weil sie die Schlösser der Highschool mit Sekundenkleber zugeklebt hatte.

Fehlende Begriffe für sexuelle Fluidität

In der "Sunday Times" wurde Anderson auch gefragt, ob sie sich damals als lesbisch identifiziert habe. Sie antwortete mit Nein. Im Laufe ihres Lebens habe sie immer wieder Partnerschaften sowohl mit Männern als auch mit Frauen geführt. Rückblickend hätten ihr damals schlicht die Begrifflichkeiten und Vorbilder gefehlt, um ihre fluide Identität und Gefühle treffend zu benennen.

Heute blickt Anderson gelassen auf starre Kategorisierungen. Für sie stehe die Person im Vordergrund und nicht deren Geschlecht: "Die Person, die ich als Lebenspartner betrachte, ist zufällig männlich, aber ich glaube, ich würde genauso empfinden, wenn es eine Frau wäre. Ich würde denken: 'Das ist meine Lebenspartnerin.'"

Anderson hatte bereits 2012 in einem Interview mit dem queeren Magazin "Out" erstmals darüber gesprochen, dass sie auch sexuelle Beziehungen mit Frauen hatte (queer.de berichtete). (cw)

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