Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?59218

18. August

Heute ist Butch Appreciation Day

Der Butch Appreciation Day zelebriert am 18. August die Butch-Identität. Was hat es damit auf sich?


Für Schauspielerin Lea DeLaria ist Butchsein ein kraftvoller Ausdruck des Frauseins (Bild: nathanmac87 / wikipedia)

Der 18. August wird seit ungefähr 15 Jahren auch als Butch Appreciation Day gefeiert. Die frühesten dokumentierten Erwähnungen dieses Tages stammen aus dem August 2011 – unter anderem durch Beiträge auf Plattformen wie Tumblr. Inzwischen hat sich der Tag insbesondere im angloamerikanischen Bereich immer mehr etabliert. In der Gesellschaft – und teilweise auch innerhalb queerer Räume – fällt die Butch-Identität allerdings oft durchs Raster, weil sie oft patriarchalen Idealen untergeordnet wird oder Maskulinität schlicht nur Männer zugestanden wird.

Butch ist vor allem eine lesbische bzw. queere Selbstbezeichnung für Menschen, die eine maskuline Form von Geschlechtsausdruck oder Weiblichkeit leben. Das kann sich beispielsweise durch männlich definierte Kleidung wie Anzüge zeigen, eine eher maskuline Körpersprache oder eine bewusste Abgrenzung von traditionellen Vorstellungen davon, wie ein Frau zu sein hat. Wichtig ist dabei, dass es sich nicht einfach um "Lesben in Männerkleidung" handelt, sondern eine eigene queere Identität darstellt. Heute verwenden auch manche nichtbinäre oder nicht-lesbische queere Personen den Begriff.

Hinter Butch steht auch kein Zwang, bestimmten Klischees entsprechen zu müssen. So muss eine Butch weder Femme-Frauen daten, noch "die männliche Rolle" in einer Beziehung übernehmen.

- Werbung -

Butch kommt aus der queeren Arbeiterinnenklasse

Die Wurzeln der Butch-Kultur reichen tief in die queere Arbeiterinnenklasse des 20. Jahrhunderts zurück. In den illegalen Bars der USA der 1940er- und 50er-Jahre – lange vor Stonewall – waren es vor allem Butches, die durch ihr offenes Brechen mit bürgerlichen Geschlechterrollen massiver Polizeigewalt und gesellschaftlicher Ächtung ausgesetzt waren. Ikonen und Autorinnen wie Leslie Feinbergs 1993 erschienener Roman "Stone Butch Blues" (Amazon-Affiliate-Link ) dokumentierten diesen Überlebenskampf: Butch zu sein war nie bloß ein modisches Statement, sondern ein existenzieller Akt des Widerstands gegen die Zwangsheteronormativität.

Im repressiven Nachkriegsdeutschland orientierten sich Butches an den Vorbildern in den USA. Dabei gab es bereits eine ähnliche Bewegung zuvor: In den Großstädten der Weimarer Republik gab es Subkulturen wie die Garçonne, eine unabhängige, androgyn bis maskulin auftretende "Neue Frau". Die Mode der Garçonne und der Neue-Frau-Stil machten maskulines Auftreten populär. Für viele gleichgeschlechtlich liebende Frauen war dies jedoch mehr als Trend: Es war ein Weg, die eigene Identität zu finden. Als die Nazis die Herrschaft übernahmen, zerschlugen sie diese Kultur.

Ein bewusster emanzipatorischer und feministischer Akt

Die amerikanische Schauspielerin Lea DeLaria ("Orange Is the New Black") erklärte bereits vor über zehn Jahren in einem Essay, warum sie sich als Butch-Lesbe ansieht: Für sie ist es ein bewusster emanzipatorischer und feministischer Akt, als Frau sichtbar maskulin, stark und eigensinnig zu sein. Für sie sei Butchsein ein kraftvoller Ausdruck des Frauseins.

Maik Brückner, der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, ruft angesichts des "Butch Appreciation Day" auf Instagram dazu auf: "Hug a Butch" (Umarme eine Butch). Dazu erklärt der Bundestagsabgeordnete: "Butch is not a dirty word! Wenn die Öffentlichkeit Lesben mit Butches in Verbindung bringt, dann oft, indem sie auf lesbenfeindliche und heteronormative Klischees und Vorurteile zurückgreift. Wir appreciaten heute alle Butches und feiern subversive Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität." (cw)

Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.

-w-