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"Ich bin für Integration"

Basketballerin Luisa Geiselsöder kritisiert transphobe US-Debatte

Die in den USA spielende Luisa Geiselsöder versteht nicht, warum ihre WNBA-Kollegin Sophie Cunningham mit Attacken auf trans Menschen das Klima vergiftet. "Ich fände es schade, wenn man Leute ausschließt", so die deutsche Nationalspielerin.


Luisa Geiselsöder beim Spiel Deutschlands gegen Spanien am 15. August in Ludwigsburg (Bild: IMAGO / Pressefoto Baumann)

Die deutsche Basketball-Nationalspielerin Luisa Geiselsöder hat transphobe Aussagen ihrer amerikanischen Kollegin Sophie Cunningham scharf kritisiert. Cunningham hatte mehrfach in scharfen Tönen den Ausschluss von trans Frauen aus der weltbesten Profiliga WNBA gefordert (queer.de berichtete).

"Ich bin für Integration. Ich finde, der Sport ist dafür da, Leute zu verbinden und zusammenzubringen. Ich fände es schade, wenn man Leute ausschließt", sagte Geiselsöder im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Geiselsöder tritt im September anstehenden Weltmeisterschaft in Berlin an, ihr Vertrag beim WNBA-Team Portland Fire ist derzeit ausgesetzt. Cunningham hat sich im Gegensatz dazu nicht für das amerikanische WM-Team qualifiziert – sie spielt derzeit für Indiana Fever aus Indianapolis.

Während Cunningham zuletzt behauptete, sie wolle sich jetzt wieder auf Basketball konzentrieren, geht die Diskussion in den USA munter weiter – und hat inzwischen groteske Züge angenommen. Der umstrittene Ex-Profi Enes Kanter Freedom verkündete jüngst, in der WNBA spielen und sich im nächsten Jahr zur Draft anmelden zu wollen. "Wenn eine einfache Selbsterklärung bereits ausreicht, dann erfülle ich jede einzelne Voraussetzung, um in der WNBA anzutreten", sagte Kanter Freedom.

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"Respekt ist das Wichtigste"

Aussagen, die Geiselsöder so nicht stehen lassen will. "Diese Aussagen finde ich, um ehrlich zu sein sehr geschmacklos. Es ist respektlos gegenüber Transgender-Personen", sagte die Nationalspielerin. "Der Respekt muss immer da sein. Das ist das Wichtigste, was wir gegenüber anderen haben können. Das jetzt ins Lächerliche zu ziehen, was ein sehr ernstes und emotionales Thema für viele Menschen ist, finde ich nicht ok."


Sophie Cunningham, hier in einem Bild aus dem Jahr 2023, ist weniger für ihre sportlichen Leistungen und mehr für ihre transphobe Haltung bekannt (Bild: John Mac / wikipedia)

Geiselsöder hatte sich bereits zuvor über gesellschaftliche Themen geäußert. Letztes Jahr äußerte sie sich während ihrer Spielzeit in den USA im Podcast "Wunderbar Together" kritisch über spezifisch amerikanische Eigenheiten wie das dortige Waffenrecht und die damit verbundenen gesellschaftlichen Gegensätze zu Europa.

Cunninghams Transphobie ist Gesprächsthema Nummer eins in der WNBA

Obwohl sie nicht bei der WM antritt, ist Cunningham schon seit Wochen Gesprächsthema Nummer eins unter Basketball-Fans in den USA. Ihre transfeindlichen Äußerungen hat sie mehrfach wiederholt – und als "gesunden Menschenverstand" bezeichnet. Angeblich wolle sie cisgeschlechtliche Frauen und Kinder dadurch schützen.

Im WNBA-Zirkel gab es heftige Kritik an der polarisierenden Cunningham. Die Frauen-Basketball-Liga in den USA gilt als sehr liberal und ist stark demokratisch geprägt. Frauenrechte und Gleichberechtigung sind zentrale Bestandteile der Liga-DNA. Viele Fans und auch einige Spielerinnen zählen zur queere Community. Rund um die Partien gibt es immer wieder Proteste – allerdings auch pro Cunningham.

Rechtes Amerika feiert blonde "MAGA-Barbie"

In den USA bekam Cunningham auch viel Zuspruch für ihre Haltung. Das rechte Lager um US-Präsident Donald Trump feiert die Basketballerin seitdem als "MAGA-Barbie", mit ihren Äußerungen ist Cunningham sofort zu einer Galionsfigur des konservativen Lagers geworden. Blond, blauäugig und einfach sagend, was sie denkt. Sogar Vizepräsident JD Vance reagierte auf sie und versprach ihr Unterstützung. Zumal Trump bereits im Februar 2025 ein Bundesverbot für trans Frauen im Sport der Frauen erließ (queer.de berichtete).

Die pauschalen Vorwürfe gegen trans Frauen, dass diese immer besser als cisgeschlechtliche Frauen spielen würden und auch eine Verletzungsgefahr für diese darstellten, können Studien in keiner Weise bestätigen. Eine Anfang dieses Jahres veröffentlichte Meta-Studie hat etwa keine Hinweise darauf gefunden, dass trans Frauen nach einer geschlechtsangleichenden Hormontherapie körperliche Vorteile gegenüber cisgeschlechtlichen Frauen im Sport besitzen (queer.de berichtete). Zudem gab es in der WNBA bislang keine einzige offen transgeschlechtliche Spielerin. Vielmehr wurde das "Problem" laut queeren Organisationen von Donald Trumps Republikanern erfunden, um die transfeindliche evangelikale Wählerbasis zufrieden zu stellen und von wirtschaftlichen Problemen und den Epstein-Files abzulenken. (dpa/dk)

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