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Line Bratenstein
Polizeilicher Schutz nach Morddrohung gegen trans Landratskandidatin
Im Vorfeld des CSD Koblenz und der Landratswahl im Westerwaldkreis ist die Kommunalpolitikerin Line Bratenstein im Netz massiv bedroht worden. Die Polizei reagierte mit Sicherheitsmaßnahmen und einer Gefährderansprache.

Line Bratenstein will sich durch Drohungen nicht unterkriegen lassen (Bild: Facebook / Line Bratenstein)
- 19. August 2026, 14:32h 2 Min.
Die Teilnahme am Christopher Street Day in Koblenz und das Engagement in der Kommunalpolitik führten für Line Bratenstein zu einem gravierenden Sicherheitsvorfall: Wie der "WW-Kurier" berichtet, sah sich die trans Kandidatin der Linken kurz vor der Landratswahl im Westerwaldkreis am vergangenen Wochenende mit einer expliziten Gewaltandrohung in den sozialen Medien konfrontiert.
Unter einem ihrer Online-Beiträge drohte ein Nutzer letzte Woche offen damit, die 48-jährige Förderschullehrerin mit einem Fahrzeug zu überfahren. Der Kommentar stand in direktem zeitlichen Zusammenhang mit der öffentlichen Ankündigung ihrer Teilnahme am CSD Koblenz.
Rasches Eingreifen der Behörden und Schutzmaßnahmen beim CSD
Nachdem Bratenstein die Bedrohung umgehend gemeldet hatte, stuften die Behörden die Lage als sicherheitsrelevant ein. Die Polizei ermittelte noch in der Nacht die Identität des Verfassers und kündigte eine sogenannte Gefährderansprache an. Für Bratensteins Auftritt beim CSD Koblenz passten die Einsatzkräfte das Sicherheitskonzept an; vor Ort hielt die Einsatzleitung direkten Kontakt mit der Politikerin, um die Schutzmaßnahmen zu gewährleisten.
Bratenstein zeigte sich trotz des Vorfalls entschlossen und betonte die Bedeutung von Sichtbarkeit "Queere Menschen haben das gleiche Recht, sichtbar zu sein, politisch aktiv zu sein und sich frei im öffentlichen Raum zu bewegen, wie alle anderen auch."
Gleichzeitig forderte sie, digitale Gewalt und Queerfeindlichkeit im Netz nicht als bloße Randerscheinung abzutun. Wenn aus digitalem Hass konkrete Morddrohungen werden, müsse dies konsequent verfolgt und ernst genommen werden. Sie hob hervor, wie wichtig das schnelle Handeln der Behörden für ihr Sicherheitsgefühl vor Ort gewesen sei.
Bei der Landratswahl konnte Bratenstein 4,2 Prozent erreichen – immerhin etwas mehr, als die Linke im Kreis bei der Landtagswahl erreicht hatte. Auf Instagram zeigte sie sich zufrieden mit dem Ergebnis. In der Stichwahl muss der Kandidat der CDU gegen die Kandidatin der SPD antreten. (cw)













