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Friederike Müller ist Ansprechpartnerin beim Projekt "Ansehen geben"

Das Bistum Münster möchte queeren Menschen, die in der Vergangenheit in der katholischen Kirche vielfältige Verletzungen erfahren haben, die Möglichkeit geben, ihre Geschichten zu erzählen. Im Rahmen des einjährigen Projektes "Ansehen geben" sollen queere Menschen das Unrecht, das ihnen angetan wurde, offen und angstfrei aussprechen können.

Hierfür wurde unter anderem eine Internetseite eingerichtet. Dort sollen Texte, Audios und Videos erstellt werden, die das Thema aufgreifen und dann crossmedial veröffentlicht werden.

Ansprechpartnerin für die queeren Menschen in dem Projekt ist seit Anfang Mai die Soziologin Friederike Müller. Ihr sei es "ein zentrales Anliegen, zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und die Erfahrungen von queeren Menschen (LSBTIQ*) angemessen entgegenzunehmen", so Müller. Ziel des Projektes sei, so betont sie, "ein verantwortungsvoller und reflektierter Umgang mit der Vergangenheit. Queeren Menschen im Bistum Münster soll eine Stimme gegeben werden." Interessierte können sich bei Müller unter der Telefonnummer (0251) 495-6359 oder per Mail unter mueller-f@bistum-muenster.de melden.

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"Solche Verletzungen darf es in Zukunft nicht mehr geben"

Iris Horstmann, die Referentin für Diversität im Bistum Münster, begründete das Engagement mit Verfehlungen aus der Vergangenheit: "Auch im Bistum Münster durften Mitarbeitende, die sich als lesbisch, schwul, bi, trans*, inter, queer und non-binär identifizierten, mit ihrer geschlechtlichen Identität und/oder sexuellen Orientierung nicht offen umgehen. Es drohten arbeitsrechtliche Konsequenzen", so Horstmann. Menschen, die weiter in der Kirche arbeiten wollten, hätten ihre Identität verstecken müssen. "Solche Verletzungen darf es in Zukunft nicht mehr geben", versicherte Horstmann. "Wir möchten auch über das Projekt, das von queeren Menschen selbst angeregt wurde, deutlich machen, dass wir im Bistum Münster heute eine Kirche sind, in der Diversität offen gelebt werden kann und in der diese Menschen ein selbstverständlicher Bestandteil sind."

Das Bistum Münster gilt als relativ queerfreundlich, auch wenn der aktuelle Bischof am pauschalen Eheverbot auf Grundlage der "falschen" sexuellen Orientierung Schwuler und Lesben festhält (queer.de berichtete). Es gibt aber weit queerfeindlichere Bistümer: Die Nachbarn in Köln lehnen etwa sogar die Segnung homosexueller Paare ab (queer.de berichtete). (cw)

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