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Petition gestartet

Queer Football Fanclubs rufen zu Sturz von Infantino auf

Fußball-Anhänger*innen in vielen Ländern haben sich zusammen getan, um gegen die Machenschaften beim Fußball-Weltverband zu protestieren.


Gianni Infantino (li.) genießt nach dem WM-Finale Mitte Juli die Stimmung mit seinem besten Kumpel (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)

Fan-Organisationen haben eine weltweite Petition gestartet, mit der sie den Rücktritt von Gianni Infantino und eine Reform des Fußball-Weltverbandes fordern. "Der beschämende Versuch einer einzelnen Person – des FIFA-Präsidenten selbst -, die Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, hat einen Verrat offenbart, den der Fußball niemals vergessen wird", heißt es in einer von Football Supporters Europe (FSE) verbreiteten Erklärung.

Dem Aufruf hat sich auch das Netzwerk Queer Football Fanclubs angeschlossen, eine Dachorganisation von queeren Fanclubs aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, Großbritannien und weiteren Ländern. Zudem wird er unterstützt von den kontinentalen Fan-Organisationen von Europa, Afrika und Nordamerika sowie von insgesamt fast 40 nationalen Vereinigungen. Die Fan-Organisationen vertreten nach eigenen Angaben Hunderte Millionen Menschen auf allen Kontinenten. Aus Deutschland stammen etwa die Organisationen "Unsere Kurve", "F_in Frauen im Fußball" und "BAFF".

Der 56 Jahre alte Schweizer Infantino steht unter großem Druck. Besonders seine publik gewordenen und mittlerweile zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von Investoren für zukünftige WM-Geschäfte haben für massive Entrüstung in der Fußball-Welt gesorgt. Vor allem die Europäische Fußball-Union UEFA ist auf Konfrontationskurs gegangen.

Der Fußball habe Infantino bei diesen Plänen zwar gestoppt, heißt es in der Erklärung der Fans. Doch das Projekt sei nur der Höhepunkt einer Reihe von Angriffen, die der FIFA-Präsident gegen den Fußball angezettelt habe.

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Fans: "Kultur der persönlichen Macht"

"Von seiner heimlichen Beteiligung an der europäischen Superliga bis hin zum gescheiterten Projekt eines zweijährigen WM-Zyklus, von der erpresserischen Ticketpolitik bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 bis hin zur Kultur der Einschüchterung und der persönlichen Macht, die er im internationalen Fußball etabliert hat", so die Vorwürfe. "Gianni Infantino hat sein Amt und den Fußball insgesamt verraten."

Es sei an der Zeit, dass das Vertrauen in genau jene Institution wiederhergestellt werde, "die den Weltfußball eigentlich schützen und fördern soll." Gefordert werden unter anderem volle Transparenz bei wichtigen Entscheidungen, robuste Kontrollmechanismen, Konsultation von Verbänden, Mitgliedsverbänden, Ligen, Vereinen, Spielern und Fans.

QFF kritisieren Pinkwashing und Verharmlosung von Verfolgerstaaten

Die Queer Football Fanclubs haben Infantino bereits wiederholt kritisiert, etwa weil er wiederholt Homosexuellenfeindlichkeit im Fußball verharmlost habe ("Heute fühle ich mich homosexuell"). Zudem gibt es Vorwürfe des Pinkwashing: So spreche Infantino einerseits von Vielfalt, andererseits akzeptiere er Menschenrechtsverletzungen und die Androhung der Todesstrafe für Homosexuelle in Gastgeberländern wie Katar oder Saudi-Arabien. Das rigorose FIFA-Verbot der Regenbogen-Kapitänsbinde unter Androhung sportlicher Strafen wurde von den Queer Football Fanclubs als finales Einknicken vor autoritären Regimen und als Verrat an den Werten von Inklusion und Menschenrechten gewertet.

Zuletzt hatte sich der frühere FIFA-Chef Sepp Blatter für die Wahl von Lise Klaveness, der offen lesbischen Präsidentin des norwegischen Fußballverbandes, eingesetzt (queer.de berichtete). Die FIFA wird am 18. März 2027 im marokkanischen Rabat bei einem Treffen darüber abstimmen, ob Infantino wiedergewählt wird – oder ob es einen neuen Chef oder eine neue Chefin im Weltfußball gibt. (dpa/cw)

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