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Gefahr für die Demokratie?
Bischof Stefan Oster: "Geglaubte Nichtexistenz Gottes" macht Leute queer
Stefan Oster erklärt queere Menschen zu einer Gefahr für die Demokratie: "Angeeigneten Identitäten" entstünden durch Atheismus – und diese könnten direkt in die Diktatur führen.

Stefan Oster macht mal wieder Stimmung gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten (Bild: Youtube)
- 21. August 2026, 10:55h 3 Min.
Der konservative Passauer Bischof Stefan Oster hat am Samstag in einer Predigt in Altötting anlässlich des Feiertags Mariä Himmelfahrt über CSD-Teilnehmende gesprochen und dabei behauptet, die "geglaubte Nichtexistenz Gottes" würde zu mehr queerer Vielfalt führen. Vielfalt entspreche aber nicht dem "biblischen Menschenbild" und sei gefährlich für die Demokratie.
Wörtlich sagte der 61-Jährige, dass die beim CSD "offen zur Schau gestellten Lebensweisen, sexuellen Präferenzen und angeeigneten Identitäten" zwar ein "Ausdruck der Freiheit der Menschen" seien, den die Demokratie ausdrücklich ermögliche. Der gemeine Christ müsse das zwar achten, aber nicht "gut heißen". Er selbst glaube "in jedem Fall [...], dass die geglaubte Abwesenheit oder geglaubte Nichtexistenz Gottes den Spielraum dessen, was im gesamten Kontext rund um das Thema Geschlecht und Gender möglich ist, massiv erweitert hat. Und dass das meiste davon gerade nicht dem biblischen Menschenbild entspricht".
Oster: Vielfalt bedroht Demokratie
Oster beschrieb die fortschreitende Entfernung der deutschen Gesellschaft vom biblischen Menschenbild – auch durch CSDs – als eine Gefahr für die Demokratie. Er denke, "dass andere Menschenbilder als unseres, noch dazu in aller möglichen Vielfalt, beinahe automatisch dazu tendieren, dass das Auseinander und Gegeneinander der verschiedensten Interessen zunimmt. Und damit zugleich der Ruf zunimmt nach der einfachen und schnellen Lösung durch eine starke Autorität an der Spitze, die sich durchsetzt und den Laden noch zusammenhält." Zusammengefasst denkt Oster also: Vielfalt führt in die Diktatur.
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Um seinen Punkt gegen Homosexuelle zu unterstreichen, kritisierte er den früheren Unionsfraktionschef Jens Spahn, weil dieser eine Familie mit Hilfe einer Leihmutter gegründet hatte. Den schwulen Bundestagsabgeordneten bezeichnete er nur als "einflussreichen Politiker einer C-Partei". Bereits zuvor hatte Oster den Vorgang als "echten Skandal" kritisiert und damit zum späteren Rücktritt von Spahn beigetragen.
Oster verglich in der Vergangenheit auch Homosexualität und Pädophilie
Der Passauer Bischof hatte bereits mehrfach queere Menschen pauschal als Problem dargestellt – 2015 behauptete er etwa, dass Sexualität ein "Lern- und Reifungsfeld" sei, Schwule und Lesben also eine unausgereifte Sexualität hätten (queer.de berichtete). Dabei zog er Parallelen zwischen Homosexualität mit Pädophilie. Sexualität habe ihren "genuinen Ort" ausschließlich "in der Ehe zwischen Mann und Frau".

Stefan Oster ist seit 2014 Bischof in Passau (Bild: Bistum Passau)
2021 machte Oster in einer Predigt einen Rundumschlag gegen queere Menschen: Intersexualität sei etwa wie ein "Herzfehler", Transitionen könnten "nie vollständig gelingen", Homosexuelle sollten ein "Leben in Enthaltsamkeit" führen, nur "die intensive geistliche Verbindung mit Christus" sei erlaubt (queer.de berichtete). Der queere Verband LSVD kritisierte daraufhin, dass Oster "viele queere Menschen in ihrem Recht und Bedürfnis auf Akzeptanz und Freiheit" verletzt habe (queer.de berichtete). (dk)















