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Zensusdaten

12 Prozent der US-Bevölkerung sind queer

Laut amerikanischen Zensusdaten identifiziert sich jede achte Person in den USA inzwischen als queer. Neue Zahlen wird es aber vorerst nicht geben: Die Trump-Regierung hat die Erhebung gestoppt.


Auch wenn es die gegenwärtige Regierung in Washington nicht wahrhaben will: Immer mehr Amerikaner*­innen verstecken ihre queere Identität nicht mehr (Bild: IMAGO / Pond5 Images)

Mindestens zwölf Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung identifizieren sich als lesbisch, schwul, bisexuell, transgeschlechtlich oder anderweitig queer. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der queeren Organisation Human Rights Campaign Foundation (HRCF) von Daten des amerikanischen Statistikamtes. Über 2,4 Millionen Datensätze aus den Jahren 2021 bis 2024 wurden dafür zusammengeführt und gewichtet.

Bislang waren Statistiker*innen von einem Anteil von acht bis neun Prozent ausgegangen. Laut der im Februar veröffentlichten Gallup-Umfrage zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität hätten sich etwa genau 9,0 Prozent der Bevölkerung als queer identifiziert. Laut HRCF führten Forschende die Abweichung "auf Unterschiede bei den Befragungsmethoden anstatt auf eine plötzliche Änderung der Selbstidentifikation zurück".

Die vom Statistikamt gelieferten Zensuszahlen basierten nicht auf einer kleinen Stichprobe, sondern auf einer umfassenden Erhebung der sogenannten "Household Pulse Survey". Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität wurden dabei nicht separat erhoben, wodurch auch geschlechtliche Minderheiten wie trans Menschen genau erfasst wurden, die sich beispielsweise als heterosexuell definieren. Anders als bei traditionellen Telefonumfragen sei die Hemmschwelle, bei digitalen und anonymen Zensus-Fragebögen die Wahrheit zu offenbaren, deutlich geringer.

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Vor allem Jüngere identifizieren sich als queer

Die Daten zeigen, dass sich vor allem Jüngere als queer identifizierten. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) aller queeren Erwachsenen ist demnach zwischen 18 und 34 Jahre alt. Bei den 18- bis 24-Jährigen identifizieren sich knapp 32 Prozent als LGBTQ+. Menschen auf dem bisexuellen Spektrum machen mit über sieben Prozent der erwachsenen US-Gesamtbevölkerung die mit Abstand größte Gruppe innerhalb der Community aus. Sie stellen demnach rund zwei Drittel aller queeren Personen.

Insgesamt identifizierten sich über 25,6 Millionen erwachsenen Menschen in den Vereinigten Staaten als queer. In 40 von 50 Bundesstaaten liege der Anteil queerer Menschen mittlerweile im zweistelligen Bereich – auch in bei Wahlen umstrittenen Staaten wie Arizona (13 Prozent), Texas (12 Prozent) oder North Carolina (11 Prozent).

Trump stoppte Erfassung der queeren Daten

Neue Daten wird es aber vorerst nicht geben, da die Trump-Regierung die Erfassung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten gestoppt hat. "Die Household Pulse Survey ist eine der letzten großen Datenerhebungen auf Bundesebene, die eine Erfassung der Geschlechtsidentität beinhaltete, bevor die Trump-Regierung Fragen zur sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität aus etwa 360 Datensammlungen des Bundes strich", erklärte die HRCF.

Kelley Robinson, die Chefin der HRCF-Mutterorganisation HRC, sieht im Vorfeld der Parlamentswahlen im November die Zahlen als Chance für die queere Community, das politische Ruder herumzureißen: "LGBTQ+-Amerikaner*innen sind überall", so Robinson. "Landesweit gibt es 25 Millionen von uns, und wir haben mittlerweile in fast jedem Bundesstaat eine kritische Masse erreicht. Wir sind keine Randgruppe, und keine Kampagne, Marke und kein Arbeitgeber kann es sich leisten, uns als solche zu behandeln." (dk)

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