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Nordrhein-Westfalen
Landesverdienstorden für Ralf König
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ehrt den schwulen Comiczeichner Ralf König für dessen jahrzehntelanges Engagement für "sexuelle Aufklärung", Kunstfreiheit und Menschenrechte. König selbst findet die Auszeichnung "etwas kurios".

Ralf König, geboren 1960 in Soest, zählt zu den bekanntesten Comiczeichner*innen Deutschlands und gilt als Pionier der schwulen Comic-Szene (Bild: C.Stadler/Bwag / wikipedia)
- 22. August 2026, 13:44h 2 Min.
Der schwule Comiczeichner Ralf König wird mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt. Das teilte das Landespresse- und Informationsamt am Freitag mit.
"Ralf König hat als Autor und Comiczeichner mit seinen gesellschaftskritischen Cartoons Debatten über Sexualität, Religion, Politik und Rollenbilder angestoßen", heißt es in der Mitteilung. "Seit den 1980er Jahren hat er mit seinen Comics zur sexuellen Aufklärung beigetragen und Tabus aufgebrochen. Mit seinem Engagement für Kunstfreiheit und Menschenrechte hat er zudem gesellschaftliche Verantwortung übernommen."
Pionier der schwulen Comic-Szene
Ralf König, geboren 1960 in Soest, zählt zu den bekanntesten Comiczeichner*innen Deutschlands und gilt als Pionier der schwulen Comic-Szene. Mit Werken wie "Der bewegte Mann" und "Kondom des Grauens" erlangte er ab den 1980er Jahren große Bekanntheit und brachte queeres Leben mit Witz und Selbstironie in den Mainstream. Seine Arbeiten wurden mehrfach verfilmt und ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem Max-und-Moritz-Preis für sein Lebenswerk.
König selbst findet die Auszeichnung "etwas kurios": "Da hat man vor 4 Jahrzehnten den Filzstift genommen und testosteronbesoffene Pimmelmännchen gekritzelt und nun sowas!", schrieb der Comiczeichner auf Facebook. "Derweil bin ich eher wie ein Anfänger mit meinen verfluchten Nibelungen zugange, da hilft auch keine Ehrung weiter, aber klar… geehrt bin ich trotzdem und fahre dann Montag mal nach Düsseldorf."
Orden auf für Franz Münterfering und Veronica Ferres
Ralf König gehört zu insgesamt 16 neuen Preisträger*innen, die Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am nächsten Montag in der Staatskanzlei auszeichnen wird. Zu ihnen zählen der frühere Bundes- und Landesminister Franz Müntefering, der auch Bundesvorsitzender der SPD war, die Schauspielerin Veronica Ferres, der ehemalige NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) sowie der frühere Landesvorsitzende des Waldbauernverbands Philipp Freiherr Heereman von Zuydtwyck.
Gewürdigt wird aber auch das Engagement weniger bekannter Persönlichkeiten – etwa das von Lena Arndt. Die diplomierte Sozialarbeiterin gründete 1980 gemeinsam mit Mitstreiterinnen den Trägerverein des Frauenhauses Paderborn. Seither setze sie sich für den Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt ein, erklärte die Staatskanzlei.
Der Landesverdienstorden wurde 1986 anlässlich des 40. Landesgeburtstags gestiftet. Er wird an Bürger*innen verliehen, die außerordentliche Verdienste für Nordrhein-Westfalen und seine Menschen erworben haben. Träger*innen können maximal 2.500 lebende Persönlichkeiten sein. Bereits Anfang Juni hatte Ministerpräsident Wüst 15 Promis und Aktivist*innen für ihr queeres Engagement ausgezeichnet (queer.de berichtete). (mize/dpa)














