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- 12. November 2006 2 Min.
Jerusalem (queer.de) - Trotz der Absage der Gay-Pride-Parade haben am späten Freitagnachmittag Tausende Schwule und Lesben in Jerusalem für ihre Rechte demonstriert. Als Ersatz für den geplanten Zug durch die israelische Hauptstadt, der aus Sicherheitsgründen gecancelt worden war, fand eine Kundgebung im Stadion auf dem Gelände der Hebräischen Universität in Givat Ram statt. Nach Polizeiangaben kamen etwa 2.000 Demonstranten, die Organisatoren schätzten hingegen, dass die Zahl näher an 10.000 heranreiche. Die Knesset-Abgeordnete Sehava Gal-On von der linksgerichteten Meretz-Partei beglückwünschte in einer Ansprache die Verantwortlichen zu der Kundgebung. Sie lobte ihre "Weisheit und den Mut und die Weise, in der der Kampf um Gleichheit, Redefreiheit und Demokratie geführt wurde". Für die kommenden Jahre kündigte sie wieder Paraden an: "Wir haben diesen Kampf gewonnen; wir werden 2007 und 2008 marschieren." Einige Aktiisten wollten trotz des Sicherheitsrisikos spontan eine Parade in Jerusalem abhalten. Dabei wurden etwa 30 Aktivisten festgenommen. Auch fünf Gegendemonstranten nahm die Polizei fest. Sie waren mit Schlagstöcken, Messern und einer Pistole bewaffnet. Während der Kundgebung versuchte zudem ein Mann, die Bühne zu stürmen und homophobe Slogans zu rufen. Er wurde ebenfalls durch die Polizei aufgehalten und vom Gelände entfernt. Insgesamt waren 3.000 Polizisten im Einsatz, um die Versammlung zu sichern. Jerusalems Polizeikommandeur Ilan Franco zog laut eine Medienberichten eine positive Bilanz: "Die Polizei und die Bewohner Jerusalems haben ein wichtiges Kapitel abgeschlossen. Jetzt sind die Ruhe und die Vernunft zurückgekehrt, die Jerusalem so dringend benötigt." (cw)
Links zum Thema:
» Bericht der israelischen Zeitung Haaretz über den Gay Pride (in Englisch)















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