Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?59285

"Plattform für Spaltung"

Niederlande wollen auch am ESC 2027 nicht teilnehmen

In diesem Jahr waren sie nicht dabei. Und auch für 2027 sagen die Niederlande ihre Teilnahme am ESC ab. Der Wettbewerb sei zu einer "Plattform für Spaltung" geworden.


2019 freuten sich die Niederlande über den Sieg ihres Sängers Duncan Laurence – im kommenden Jahr wird das ESC-Gründungsmitglied erneut nicht teilnehmen, weil man nicht gegen Israel antreten möchte (Bild: EBU / Thomas Hanses)

Nach ihrem Boykott in diesem Jahr im Streit um den Umgang mit Israel nehmen die Niederlande auch im kommenden Jahr nicht am Eurovision Song Contest (ESC) teil. Der Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft Avrotros, Taco Zimmerman, begründete die Entscheidung damit, dass sich internationale Konflikte zunehmend auf den Wettbewerb auswirkten und seinen neutralen Charakter untergrüben. Der Eurovision Song Contest sei damit zu einer "Plattform für Spaltung" geworden.

Die Niederlande sind Gründungsmitglied und fünfmaliger Gewinner des ESC, zuletzt gewann der bisexuelle Sänger Duncan Laurence im Jahr 2019 (queer.de berichtete).

Im Mai dieses Jahres boykottierten die Niederlande mit vier weiteren traditionellen Teilnehmerländern wie Spanien den in Wien ausgerichteten ESC (queer.de berichtete). Vor dem Hintergrund des Vorgehens der israelischen Armee im Gazakrieg forderten die Niederlande und andere Länder einen Ausschluss Israels vom ESC. In der nun verkündeten Entscheidung, dem Wettbewerb auch 2027 fernzubleiben, wurde Israel nicht namentlich genannt, erwähnte aber die "geopolitischen Spannungen im Nahen Osten".

Es ist noch unklar, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk NPO einen anderen Sender findet, der die Auswahl eines ESC-Beitrages sowie die Ausstrahlung des Wettbewerbs übernehmen will. NPO äußerte Verständnis für die Entscheidung von Avrotros, der traditionell für den ESC verantwortlich ist.

- Werbung -

Internationale Kritik am Vorgehen im Gazastreifen

Das Vorgehen Israels im Gazastreifen wird international stark kritisiert. Am 7. Oktober 2023 hatte die Hamas einen verheerenden Terrorangriff im Süden Israels verübt. Israel reagierte mit einer großflächigen Militäroperation im von der Hamas beherrschten Gazastreifen. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe. Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt jedoch katastrophal und trotz Waffenruhe ist die Sicherheitslage fragil. Regelmäßig sterben Palästinenser*innen bei israelischen Militärschlägen.

Der ESC zählt zu den größten Musikereignissen der Welt im Fernsehen. Nach seinem Regelwerk muss der ESC neutral und unpolitisch sein. Die 71. Ausgabe des Wettbewerbs findet im kommenden Jahr am 15. Mai in der bulgarischen Küstenstadt Burgas statt. (queer.de berichtete) Bulgarien richtet den Contest zum ersten Mal aus, nachdem die Sängerin Dara den Wettbewerb in diesem Jahr mit dem Song Bangarangagewann (queer.de berichtete). (dpa/dk)

-w-