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Kulturkampf im US-Sport
Ex-NBA-Profi fliegt nach transfeindlicher Provokation aus WNBA-Spiel raus
Der Kulturkampf um die Akzeptanz von trans Menschen nimmt skurrile Züge an: Ein Ex-NBA-Profi sorgte bei einem Spiel der Basketball-Frauen für einen Eklat – und flog aus der Arena.

Enes Kanter Freedom hat nach seiner Profikarriere eine neue Berufung gefunden – die Transphobie (Bild: IMAGO / Sports Press Photo)
- 24. August 2026, 13:33h 3 Min.
Beim WNBA-Duell zwischen Chicago Sky und den Indiana Fever sorgte der ehemalige NBA-Spieler Enes Kanter Freedom am Sonntag für einen Eklat. Nach einer gezielten transfeindlichen Inszenierung und einer lautstarken Konfrontation mit der offen bisexuellen Sky-Spielerin Natasha Cloud verwiesen Sicherheitskräfte den 34-Jährigen aus der Arena.
Kanter Freedom, der in den letzten Jahren vor allem durch Gastauftritte im rechten US-Medienkosmos auffiel, hatte die Konfrontation im Vorfeld gezielt vorbereitet. Bereits vor dem Spiel schloss er sich vor der Arena einer kleinen Kundgebung zur Unterstützung von Fever-Spielerin Sophie Cunningham an. Die für den Verein Indiana Fever spielende Cunningham hatte in den letzten Monaten dafür geworben, trans Frauen pauschal aus dem Basketball-Sport auszuschließen – dabei hatte bislang noch nie eine transgeschlechtliche Frau in der besten Basketballliga der Welt gespielt.
Cunningham wurde mit ihren Äußerungen zu einer Heldin der transfeindlichen MAGA-Bewegung, die sogar von Vizepräsident JD Vance verteidigt wurde (queer.de berichtete). Kanter Freedom und der ebenfalls politisch extrem rechts orientierte Ex-NBA-Spieler Royce White hatten diese Debatte ins Lächerliche gezogen, indem sie erklärten, sich "als Frau zu identifizieren" und für den WNBA-Draft anzumelden.
In der Arena saß Kanter Freedom direkt am Spielfeldrand und trug provokant ein T-Shirt, auf dem Stand: "Frau – Hauptwort: Erwachsener, weiblicher Mensch." Damit wollte er seine Meinung kundtun, dass trans Frauen keine "echten" Frauen seien und Transgeschlechtlichkeit nicht existiert.
Natasha Cloud bietet die Stirn – Hallenverweis folgt
Die Situation eskalierte im dritten Viertel: Nach einem erfolgreichen Korb für Chicago und einer Auszeit der Fever trat die 34-jährige Sky-Spielerin Natasha Cloud – eine der prominentesten queeren und gesellschaftspolitisch engagierten Stimmen der Liga – dem Provokateur entgegen. Cloud ging auf Kanter Freedom zu, zeigte auf ihn und stellte ihn lautstark zur Rede – welche Worte genau gefallen sind, geht aus TV-Aufzeichnungen nicht hervor.
Instagram | Natasha Gloud stellt ihren transphoben Kollegen zur Rede
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Als Kanter Freedom aufstand, die Arme ausbreitete und einen Schritt auf das Spielfeld machte, griffen Schiedsrichter und Sicherheitskräfte sofort ein. Während Mitspielerinnen Cloud zurückhielten, signalisierte das Schiedsrichtergespann unmissverständlich den Hallenverweis für Kanter Freedom. Der Ex-Profi versuchte am Spielfeldrand noch vergeblich zu diskutieren und das Publikum aufzustacheln, ehe er schließlich von Sicherheitskräften und der Polizei aus der Arena eskortiert wurde.
/ TheAthleticFormer NBA player Enes Kanter Freedom was escorted out of Wintrust Arena on Sunday evening after Chicago Sky guard Natasha Cloud confronted him at his courtside baseline seat.
The Athletic (@TheAthletic) August 24, 2026
Late in the third quarter of a game between the Sky and the Indiana Fever, Cloud scored on a driving pic.twitter.com/2CA4Awv6wO
Trainer stellt sich hinter Cloud
Nach dem Spiel stellte sich Chicagos Trainer Tyler Marsh uneingeschränkt hinter seine Spielerin: "Tash [Natasha Cloud] ist jemand, der unser Team beschützt und die Menschen schützt, die Schutz brauchen. Wir stehen voll und ganz hinter ihr."
Gleichzeitig fand Marsh deutliche Worte in Richtung des Störers: Wer zu einem WNBA-Spiel komme, solle den Basketball und die Leistungen der Athletinnen respektieren – etwas, das man gerade von einem ehemaligen Basketballer erwarten könne.
Cloud an trans Menschen: "Ihr seid ein Teil MEINER Community"
Auch Cloud äußerte sich. Im Social-Media-Portal Threads sprach sie trans Menschen ihre Solidarität aus: "Ihr seid ein Teil MEINER Community und MEINES Stammes. Ihr gehört dazu. Ihr werdet geliebt. Ihr werdet gesehen. Ihr seid perfekt, genau so wie ihr seid. Und ihr werdet immer von mir beschützt werden."
Kanter Freedom inszenierte sich im Anschluss auf Social Media wie gewohnt in der Opferrolle und behauptete, er sei "nur dafür rausgeworfen worden, dass er FRAUEN unterstütze". Sophie Cunningham, die den Kulturkampf im Frauen-Basketball angefangen hatte, äußerte sich hingegen bislang nicht zu dem Vorfall.

(Bild: X)
Bereits vergangene Woche hatte die deutsche Nationalspielerin Luisa Geiselsöder die Haltung von Cunningham und Kanter Freedom kritisiert (queer.de berichtete). So sagte sie: "Ich finde, der Sport ist dafür da, Leute zu verbinden und zusammenzubringen. Ich fände es schade, wenn man Leute ausschließt." (dk)















